Mit dem ersten Text beginnen

21. Dezember 2011

An unserem Ort lesen wir gemeinsam täglich einen Abschnitt aus der Bibel. Was sind Deine Gedanken zu den Texten?  Zum ersten Text hier klicken.

In zehn Schritten durch die Bibel – Falls Du in kurzer Zeit die Kernaussagen der Bibel entdecken möchtest, ist dieses Bibelstudium genau das Richtige für Dich. – 10 biblische Impulse PDF  (Verbesserungsvorschläge sind erwünscht)   Du bist eingeladen, Deine persönlichen Beobachtungen zu diesen Texten als Kommentar weiterzugeben und andere damit zu ermutigen.  hier klicken


Das königliche Hochzeitsmahl

25. August 2020

Eines der umfassendsten Festgleichnisse steht im Matthäus 22,1-14. Dabei geht um die Reaktionen auf die Einladung und ihre Folgen. Ebenso auf was es ankommt, wenn man am Fest teilnehmen will.

Dienstag, 25. August, 20.15 Uhr, Radio Maria Schweiz

Würdig für das göttliche Fest sind alle Menschen, die sich auf die Einladung einlassen und sich zum Fest aufmachen. Ihre Herkunft spielt da keine Rolle.

Das königliche Hochzeitsmahl


Josefs Leiden um Israel (6)

3. August 2020

Montag 3. August, 13.30 Uhr, Radio Maria Schweiz mit Hanspeter Obrist

Nachdem Josef in Ägypten rehabilitiert worden ist, geht es nun um die Aufarbeitung der Familiengeschichte. Durch die Hungersnot hält Jakobs Familie Ausschau, wie sie überleben kann. Die Not treibt sie zum Erlöser. Doch Versöhnung ist manchmal ein langer Weg und fordert heraus. Auf diesen Weg wollen wir uns mit Josef und seinen Brüdern begeben und entdecken dabei Parallelen zu Jesus und unserem Leben.

https://www.obrist-impulse.net/josefs-leiden-um-israel-6


Beten mit dem Philipperbrief

28. Juli 2020

Dienstag, 28. Juli, 20.15 Uhr, mit Hanspeter Obrist und Cornelia Rebholz auf Radio Maria Schweiz

Die Philipper standen mit Paulus in einer engen Beziehung und haben ihn auf seinen Reisen unterstützt. Paulus bedankt sich mit dem Philipperbrief für ihre Unterstützung. Paulus ist im Gefängnis, dennoch spricht er von Freude und erlebt, wie alles zum Segen wird. Tauchen wir ein und lassen uns inspirieren für unsere Gebete.

https://www.obrist-impulse.net/beten-mit-dem-philipperbrief


Josef – Wiederherstellung und Anerkennung (5)

6. Juli 2020

Montag 6. Juli, 13.30 Uhr, Sendung Spiritualität, Radio Maria Schweiz

Erstaunlicherweise vertraute der ägyptische Pharao sein ganzes Reich dem frisch entlassenen Gefangenen Josef an. Was ist geschehen? Warum konnte er diesem jungen Mann so bedenkenlos vertrauen?

Josef ist ein demütiger Mensch. Er kommt nicht zu seinem Posten, indem er andere degradiert. Er gebraucht nicht seine Ellenbogen. Er erhöht sich nicht selbst, indem er über andere schlecht spricht und sie nach unten drückt. Josef geht treu den Weg mit seinem Gott. Und dieser Weg führt ihn zuerst an den persönlichen Nullpunkt. Für zwei volle Jahre gerät er in die totale Vergessenheit.

Es ist interessant, bei Josef geht zwei Jahre nichts und Jesus liegt zwei volle Tage im Grab. Auch Jesus reißt die Herrschaft nicht an sich. Beide werden von Gott in die Tiefe geführt und von dort wieder erhöht. Weitere Gedanken in der Sendung.

https://www.obrist-impulse.net/josef-wiederherstellung-und-anerkennung-5-radio-maria


Kann es im Angesicht des Leidens einen guten Gott geben?

26. Juni 2020

Die Frage nach dem Leid ist eine der großen Menschheitsfragen. Als Reaktion auf Leiden kann man entweder einen Schuldigen suchen  oder wie im Buddhismus jegliche Wahrnehmung ignorieren.

Es gibt aber auch den Weg, im Leiden das Offenbarwerden des Guten zu erkennen: Das Licht verdrängt die Dunkelheit.

Wenn es keinen guten Gott gibt, dann gibt es auch keine allgemeinen moralische Werte. Dann heißt Leben einfach, zu fressen und gefressen zu werden. Ein Tier ist nicht unmoralisch. Wenn Moral keinen absoluten Anhaltspunkt hat, gibt es kein Richtig oder Falsch. Man tut, wonach man sich gerade fühlt. Jesus hat darum zu Pilatus gesagt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“  (Johannes 18,37). Und er sagt über den Heiligen Geist: „Wenn aber jener kommt, der Geist  der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten  (Johannes 16,13). Ein Tier lernt vom Menschen oder aus Erfahrungen, welche Handlungen welche Konsequenzen haben.

Einwenden könnte man, die Moral sei, dass alles erlaubt ist, solange ein anderer dadurch nicht leidet oder ihm geschadet wird. Doch die Realität  ist, dass wir dann für uns allein leben müssten. Die Interaktion mit anderen Lebewesen bringt immer sowohl Glück als auch Verletzungen mit sich.  So kann man jemanden in guter Absicht beschenken, doch dieser empfindet das als Beleidigung. Nicht mein Handeln allein, sondern die Interpretation des anderen entscheidet über Freude oder Enttäuschung.

Wenn man die Frage nach dem Leid so versteht, dass wir die Wahl haben, ob Gott oder das Leid existiert, dann stellt sich die Frage nach unserem Gottesbild. Ein selbstgemachtes Gottesbild  kann es nicht geben, da jeder andere Dinge in Gott hineinprojiziert. Der biblische Gott offenbart sich im  Leid.

Viel Leid verursachen wir selbst, indem wir keine guten Entscheidungen fällen. Wir sind also dafür selbst verantwortlich. Die Ursache für viel Leid liegt darin, wie wir miteinander umgehen, obwohl wir wissen, dass es nicht gut ist. Wir wählen das Leid und nicht Gott, zum Beispiel durch Kriege, Machtkämpfe oder Patchwork-Beziehungen. Wir horten, statt zu teilen. Statt einander zu fördern und wertzuschätzen, konkurrenzieren wir miteinander. Und einige suhlen sich in der Opferrolle, anstatt Hilfe in Anspruch zu nehmen und selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

Doch obwohl die Verantwortung bei uns selbst läge, haben wir die Tendenz, uns selbst zu rechtfertigen. Wir sagen nicht die Wahrheit, verstehen uns aber nicht als Lügner. Manche sagen, Gott solle das Böse beseitigen, vergessen aber dabei, dass sie davon auch selbst betroffen  wären, denn kein Mensch ist durch und durch gut. Darum will uns der biblische Gott aus dem Machtbereich des Bösen herausretten. Andere Religionen versuchen das, indem sie ihr Leben optimieren. Der Buddhist versucht alle Empfindungen zur unterdrücken. Andere versuchen Gott mit guten Taten und Religiosität zu beeindrucken  und sich Anerkennung zu verdienen. Wieder andere versuchen schlechte Energien oder böse Geister abzuwenden.

Doch Gott sieht nicht tatenlos zu. Gott nimmt unsere Zielverfehlung  todernst, begegnet uns in Jesus und stirbt für uns am Kreuz. Sein Weg  ist vielleicht nur anders, als wir uns das vorgestellt haben. Im Kreuz  wird uns die menschliche Böswilligkeit  vor Augen gemalt. Die Konsequenzen  eines Lebens ohne Gott werden uns aufgezeigt. Dabei offenbart sich  die Liebe Gottes, indem Jesus für uns starb. Jesus sagte: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Johannes 15,13). Zugleich durchlebt Gott das Leid. Er weiß, wie es sich anfühlt, verlassen zu sein.

Gottes Liebe und Barmherzigkeit erfährt der Mensch im Leiden. Gottes Weg aus dem Leid ist, dass wir Leid erkennen und überwinden (es nicht selbst wählen), indem wir Leid aushalten und nicht verdrängen. Dadurch lernen wir Empathie (Empfindsamkeit) und Vertrauen in Gott  (Glauben) und erleben Gottes Durchtragen, seine Barmherzigkeit  und seine fürsorgliche Liebe.

Liebe heißt nicht, für jemanden alle Schwierigkeiten zu beseitigen, sondern einem Menschen zu helfen, sich zu einer Persönlichkeit nach den Gedanken Gottes zu entwickeln und damit Gottes Art in dieser leidenden Welt widerzuspiegeln. Und genau dazu begabt und fördert uns Gott.

Damit der Mensch Gott aus freien Stücken lieben kann (Lukas 10,27), braucht es auch die Möglichkeit, ihn abzuweisen. Diese Möglichkeit zur Wahl offenbart, dass Gott Liebe ist. Bei Gott gibt es keinen Zwang, aber auch kein falsches Spiel. So schließt der rechte Gebrauch den Missbrauch nicht aus. Ein Ort der Gegenwart Gottes (der Himmel) lässt den Ort der Abwesenheit Gottes zu. Jetzt haben wir täglich die Möglichkeit, uns dafür zu entscheiden, Gott zu lieben.

Was ist ein großer Glaube? Alles von Gott zu erhalten, was man sich wünscht oder auszuhalten und Gott zu vertrauen, wenn es anders läuft, als man es erwartet hat? Kann es Gott uns zumuten, auch notvolle Situation auszuhalten? Gott sagt zu Paulus: „Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet“ (2.Korinther 12,9).

Die Liebe Gottes offenbart sich im Leiden. Gott offenbart sich im geopferten Lamm: „Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus“ (Offenbarung 22,1).

Leiden schließt Gott nicht aus, sondern im Leiden erfährt man die Hilfe Gottes. Vielleicht nicht so wie wir es erwartet haben, doch Barmherzigkeit  und Liebe offenbart sich, wenn wir nichts mehr zu bieten haben.

https://www.obrist-impulse.net/kann-es-im-angesicht-des-leidens-einen-guten-gott-geben


Das Schluss-Statement von Jesus

5. Juni 2020

Das Buch der Offenbarung (Offenbarung 22,6-21) endet nicht mit den gewaltigen Bildern vom neuen Himmel und von der neuen Erde, sondern mit dem Blick auf Jesus.

Johannes will uns nicht spekulative Zukunftserwartungen vermitteln, sondern aufzeigen, wer uns die Hilfe und Kraft zur Bewältigung der Gegenwart gibt. Das Schlussstatement ruft den Leser dazu auf, den Fokus auf Jesus zu richten.

Dreimal sagt Jesus: Ich komme bald (Offenbarung 22,7; Offenbarung 22,12; Offenbarung 22,20). Das griechische Wort, das mit „bald“ übersetzt wird, bedeutet sowohl „schnell“ als auch „überraschend“.

Als Jesus in den Himmel auffuhr, sagten die Engel, dass Jesus wieder auf die Erde kommen wird (Apostelgeschichte 1,11). Wir haben nicht nur einfach eine Zukunft – wir haben einen, der auf uns zukommt. Unser Glaube richtet sich auf eine Person. Die Gewissheit, dass Jesus kommt, gibt uns auch in den täglichen Herausforderungen Halt.

In Offenbarung 22,13 sagt Jesus: „Ich bin der Erste und der Letzte“ und nimmt damit Bezug auf Jesaja 44,6: „So spricht der HERR, Israels König, sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott.“ Es gibt keinen Tag auf dieser Erde ohne ihn. Er ist immer da.

In Offenbarung 22,16 nennt Jesus selbst das einzige Mal im Buch der Offenbarung seinen Eigennamen. Der Menschgewordene ist zugleich der Wiederkommende.  Sein Name hat hier sein volles Gewicht. Der Name „Jesus“ bedeutet „Der HERR rettet“. Durch Jesus erfahren wir göttliche Rettung.

Es gibt keine Vollendung ohne Erfüllung der Verheißungen im Alten Testament (Wurzel, Stamm Davids, Morgenstern). Alles kommt zum Ziel. Er ist der glänzende Morgenstern, das letzte Zeichen, bevor der neue Tag anbricht. Unsere Not hat ein Ende. Wir gehen dem Licht entgegen.

„Bald“ ist für uns eine Zeitgrenze, die wir noch zu erleben hoffen. Doch dieses „bald“ kann auch mit „plötzlich“ übersetzt werden. Dann sagt Jesus: „Siehe, ich komme überraschend.“ So handelt es sich nicht mehr um eine Zeitspanne, sondern um die Art und Weise seines Kommens.

Jesus kommt, damit jeder erntet, was er gesät hat (Offenbarung 22,12). Hier wird nicht das Wort „Gericht“ gebraucht, sondern das Wort „Lohn“. Wir sollen wissen, dass all unser Ausharren nicht umsonst gewesen ist. Es bleibt nichts ungesehen und ungewürdigt.

Aber es gibt auch ein Draußen. Es gilt für die, welche sich von Gott abgewandt haben (Offenbarung 22,15). Das Grundwesen der Menschen wird sich in kommenden Zeiten nicht verändern. Umso dringlicher ist der Ruf der Seligpreisung: Selig sind, die ihr Leben bereinigen (ihre Kleider waschen, siehe Offenbarung 22,14). Selig ist, wer an den Worten Gottes festhält (Offenbarung 22,7). Alle, die nach Gott dürsten, sind eingeladen (Offenbarung 22,17).

Die Worte der Offenbarung sind ein Weckruf und nicht ein versiegeltes, geheimnisvolles Buch für Spezialisten (Offenbarung 22,10). Dieser Weckruf ertönt auch im letzten Abschnitt.

Den hier aufgeschriebenen Worten soll nichts hinzugefügt oder weggenommen werden, sondern man soll sich an ihnen festhalten (Offenbarung 22,7; Offenbarung 22,9). Festhalten müssen wir etwas, dass uns leicht entrissen werden kann. Festhalten heißt, darauf zu vertrauen, auch wenn es in der Gegenwart noch nicht so aussieht, dass Gott zu seinem Ziel kommt. Wir halten aus und vertrauen.

Der Hauptakzent vom Buch der Offenbarung  liegt darin, dass Gott zum Ziel kommt. Er hat die Welt in seiner Hand. Er wirbt auf alle erdenklichen Weisen um die Menschen. Die Mächte der Finsternis werden nicht bagatellisiert, aber sie haben nur beschränkte Macht. Letztlich müssen wir sie nicht fürchten. Jesu Tod und Auferstehung haben sie grundsätzlich entmachtet. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort.

Der Glaube an die Auferstehung gibt uns eine Perspektive, die über den irdischen Horizont hinausgeht. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sieht unser Leben ganz anders aus. Selbst das „sinnloseste Leben“ hat dann einen Sinn, weil Jesus uns liebt. Alle, die sich ihm nicht entgegenstellen, verändert und vollendet er.

Das irdische und das ewige Leben sind keine getrennten Bereiche, sondern fließen ineinander über. Wir erleben hier ein Stück Himmel auf Erden und werden in unserem irdischen Leben auf die Gemeinschaft mit Gott vorbereitet. Nicht die Bilder sind wichtig, sondern das Ziel: die Gemeinschaft mit Gott. Dieses tiefe Sehnen nach Jesus soll uns hier anstecken und auf Gott ausrichten.

Der Geist und die Braut, sie sprechen: Komm!“ (Offenbarung 22,17). Der Heilige Geist zeigt  den Menschen ihre Zielverfehlung  auf, bietet Rettung in Jesus an und macht auf die Konsequenzen  aufmerksam (Johannes 16,8). Dies macht er mit und ohne uns. Wer auf diesen Ruf hört, der sagt: „Jesus, komm in mein Leben!“ (Johannes 1,12). Wer durstig ist, der empfängt unentgeltlich  das Wasser des Lebens. Aus dem Glauben soll man kein Geschäft machen. Der Glaube erwartet die Hilfe allein von Gott (alles ist Gnade, siehe Offenbarung 22,21) und unsere Knie beugen sich allein vor ihm (Offenbarung 22,8-9).

Die Offenbarung hat Johannes so ergriffen, dass er nicht darum bittet, dass diese Dinge so lange wie möglich nicht geschehen sollen, sondern dass Jesus kommen soll. Wer von Gott ergriffen ist, der denkt in anderen Dimensionen.

https://www.obrist-impulse.net/das-schluss-statement-von-jesus


Das himmlische Jerusalem

3. Juni 2020

In Offenbarung 21-22,5 kommen wir an die Grenze unserer Vorstellungskraft, weil uns eine Welt beschrieben wird, die losgelöst ist von allen uns vertrauten Elementen und die nicht in unser Denkschema passt.

Unsere eigentliche Bestimmung ist die Gemeinschaft mit Gott. Er ist die Quelle und das Zentrum des neuen Lebens. Er macht alles neu – auch uns. Nichts bleibt verborgen, es gibt keine Finsternis mehr.

Schon im Kapitel 20 war das eigenartige Wort zu lesen: „Ich sah einen großen weißen Thron, vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel“ (Offenbarung 20,11). Schon hier spüren wir, dass unsere Vorstellungskraft versagt.

In Offenbarung 21,5 heißt es: „Ich mache alles neu.“ Das eigentliche Bild zeigt hier, dass alles verwandelt oder vollendet wird (Philipper 1,6). Alles Unreine und Sündige wird verbannt oder verbrannt. Alles ist geläutert.

Der Fokus liegt nicht auf dem Untergang, sondern  auf der göttlichen Vollendung. Tod, Leid, Geschrei, Schmerz und Tränen sind vorbei und vergangen (Offenbarung 21,4). Die rebellierenden Mächte sind nicht mehr. Es wird nichts mehr geben, was den glücklichen Zustand der vom Bösen Erlösten  beeinträchtigen könnte. Alle Unvollkommenheit der bisherigen Welt gehört nun für immer der Vergangenheit an.

Dafür strahlt das neue Jerusalem in außergewöhnlicher Schönheit auf. Das Kennzeichen der neuen Welt ist Gottes Gegenwart inmitten der erlösten Menschheit. Die Trennung (der Vorhang) zwischen Himmel und Erde, der sichtbaren und übersinnlichen Welt, ist aufgehoben. Der Zustand des Paradieses  ist wieder hergestellt, doch nicht so wie vor Urzeiten. Gott kommt nicht mehr zu Besuch (1.Mose 3,8), sondern wird unter den Menschen wohnen. Das ist auch die Bedeutung des Namens „Immanuel“: Gott mit uns.

Anteil an dieser neuen Welt hat, wer siegt oder überwindet  (Offenbarung 21,7), im Lebensbuch des Lammes eingetragen ist (Offenbarung 21,27) und sich wie eine Braut bereit gemacht hat (Offenbarung 19,7-8 / Offenbarung 21,9 / Hebräer 12,22-24).

An den Toren des neuen Jerusalem stehen Engel (Offenbarung 21,12). Die Perlen symbolisieren Schönheit und Wachstum durch Leiden.

Jesus sagt in Johannes 14,2: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten.“ Das „dort“ weist darauf hin, dass dies nicht hier in unserer Dimension geschehen wird.

Was das himmlische Jerusalem erfüllt, ist die Herrlichkeit Gottes  (Offenbarung 21,11).

Johannes sieht einen Würfel (wie das Allerheiligste in der Stiftshütte) oder eine Pyramide mit einer Seitenlänge von 2300-2400 km. Das ist die Distanz von der Schweiz bis nach Moskau mit einer 240-fachen Flughöhe von 10 km. Der Erddurchmesser beträgt im Mittel 6371 Kilometer. Der Würfel hat somit eine Diagonale, die rund die Hälfte des Erddurchmessers ausmacht. Die Stadt kann also nicht auf unserer Erde stehen. Auch das Meer gibt es nicht mehr (Offenbarung 21,1).

Zutritt (durch die Tore) zur himmlischen Stadt der Vollendung gibt es gewissermaßen nur durch Israel hindurch. Das bedeutet, dass man die Offenbarungslinie Gottes durch Israel anerkennt und in das biblische Heilsverständnis eingepfropft wird (Römer 11,17).

Auf dem Zeugnis der zwölf Apostel, dass Jesus auferstanden  ist (Apostelgeschichte 1,22), ruht das geistliche Leben (Epheser 2,19-20).

Die Straße ist ein Sinnbild für das Leben in einer damaligen Stadt. Sie ist ein Symbol der Verbundenheit, der Gemeinschaft und des Zusammengehörens.

Das irdische Jerusalem ist in der Vision, die Johannes sieht, nicht zu erkennen. Johannes sucht einen Tempel. Doch das wichtigste Merkmal Jerusalems fehlt. Man muss den Zugang zu Gott nicht suchen, denn er ist überall da.

Das Zweite, das Johannes vermisst, sind geschlossene Tore. Die Mächte der Finsternis sind überwunden. Es sind keine Angriffe mehr  zu befürchten. Alle, die gegen Gott rebellieren wollen, sind verschwunden. Man ist nicht gegeneinander, sondern füreinander. Jeder Mensch ist an dem Platz, der ihm entspricht.

Eigentümlicherweise zeigt ausgerechnet einer der Engel, der eine der sieben Zornschalen ausgeschüttet hatten, Johannes nun die Vollendung. Das eigentliche Ziel der Gerichte Gottes ist die Hingabe an Gott und dass sich jeder einbringt (Offenbarung 21,24).

Schon im ersten Paradies gab es mehrere Ströme (1.Mose 2,10-14) und den Baum des Lebens (1.Mose 2,9). Auch hier wird vom Strom und Baum gesprochen. Hier gibt es keinen Durst, kein ungestilltes Verlangen mehr. Es gibt kein Welken, kein Sterben; alte Wunden werden geheilt. Im Fokus steht Christus und nicht das Vergangene.

Doch der Himmel ist kein Schlaraffenland. Im Zentrum steht die Lammesart. Einer dient dem anderen (Markus 9,35). Wenn man einen Menschen ansieht, sieht man Jesus in ihm. Das drückt der Name auf der Stirn aus. Paulus beschreibt das so: „Wir alle aber schauen mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn“ (2.Korinther 3,18).

In der Ziggurat-Pyramide, die Dubai bis 2028 fertigstellen will, sollen eine Million Menschen leben. Die Götterberg-Pyramide soll eine Fläche von 2,3 Quadratkilometern haben. Soll das eine Nachahmung des himmlischen Jerusalems sein?

https://www.obrist-impulse.net/das-himmlische-jerusalem


Die letzte Einladung

29. Mai 2020

Offenbarung 20 ist eines der umstrittensten Kapitel der Bibel. Ist das alles eine symbolische Rede oder eine Beschreibung realer Vorgänge?

Wenn man den Text einfach liest, sieht man folgendes:

Wenn Jesus sichtbar in den Wolken zurückkehrt (ab Offenbarung 19,11), wird klar, was der Teufel (Durcheinanderwerfer) bewirkt hat. All die verschiedenen Bilder, die in der Bibel für den Teufel verwendet werden, werden in Offenbarung 20,2 miteinander verknüpft. Satan (Ankläger, Gegner) ist die Schlange (Paradies) und der Drache. Seine Macht wird gebunden. Er kann nicht mehr verführen. Verführen heißt „trotz besserem Wissen in die Irre leiten“.

Alle, die das Standbild nicht angebetet haben und das Kennzeichen nicht angenommen haben, werden auferstehen. Wer sind diese Menschen? Ganz klar ist es nicht.

Aus Daniel 3 wissen wir, dass Nebukadnezar ein Standbild anfertigte, welches alle anbeten sollten. Daniel und seine Freunde taten es nicht und gerieten dadurch in Schwierigkeiten.

Ab Offenbarung 13 wird wieder von einem Standbild gesprochen, kombiniert mit einem Zeichen. Wer sich dieser Macht nicht beugt, gerät in Schwierigkeiten oder wird enthauptet. Offenbarung 13,8: Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm: alle, deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt geschrieben steht im Lebensbuch des Lammes.“

In Offenbarung 12,17 steht: „Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen (Israel), die die Gebote Gottes bewahren und an dem Zeugnis für Jesus festhalten.“

Die Existenz des jüdischen Volkes ist ein Beweis das Gott Wort hält. Ebenso, dass sie ab 1880 nach Israel zurückkehrten und 1948 mit internationaler Zustimmung ein Staat gegründet wurde. Israel wird zum Anstoß für alle, die Gottes Wort ignorieren möchten.

In Hesekiel 38-39 wird auch ein Krieg zwischen Israel und Russland, Türkei, Iran, Libyen, Sudan-Somalia vorausgesagt. Es wird ein wirtschaftlicher Grund genannt (Hesekiel 38,12-13 eventuell das neuentdeckte Gas). Nach Hesekiel 38,23 ist das Eingreifen Gottes ein Zeichen an die Völker: „So werde ich mich als groß und heilig erweisen und mich vor den Augen vieler Nationen zu erkennen geben. Dann werden sie erkennen, dass ich der HERR bin.“

Daraus könnten die Juden neu zum Glauben an Gott kommen und der Islam zerbrechen.

Ist das der letzte Aufruf an die Nationen und findet im Anschluss die Entrückung statt? Nach 1.Korinther 15,52 ist sie jederzeit vor der siebten Posaune Offenbarung 11,15 möglich.

So könnte sich der Antichrist (Tier und Prophet) mit dem Kennzeichen und Standbild (Offenbarung 13 voll entfalten, da die Gemeinde entrückt ist. Die Glaubenden in Israel sind dann ein Anstoß. Der Islam scheint nicht mehr zu existieren, denn Muslime beten kein Standbild an.

Es folgt der Krieg von Harmagedon. Der Grund dafür ist Hass (nach der schmähvollen Niederlage, Offenbarung 12,17). Alles endet mit dem Sieg Gottes (Offenbarung 14-18).

In Offenbarung 19 folgt die sichtbare Rückkehr von Jesus. Er richtet sein Reich auf und es gibt 1000 Jahre keine Verführung mehr (Offenbarung 20). Nach den 1000 Jahren führt Satan selbst einen Krieg an (Offenbarung 20) mit der Hilfe von Gog (einem Weltführer) und Magog (den Nationen). Nach deren Niedergang wird alles neu (Offenbarung 21).

Sinn der Geschichte: Der Mensch soll sich bewusst für Gott und sein Reich entscheiden. Es wird aber offenbar, alle Weckrufe Gottes verhärten die Menschheit gegenüber Gott. Nicht einmal eine vollkommene Umgebung (Jesaja 35) und eine umfassende Erkenntnis (Jesaja 11,9) verändern das menschliche Herz.

Wer sich nicht für ein Leben mit Gott entschieden hat, wird ohne Gott weiter existieren. Offenbarung 20,12-15 beschreibt, das für sie nach einer gerechten Beurteilung des Lebens ein zweiter Tod und ein Feuersee folgt, in den auch der Tod und die Unterwelt geworfen werden. Feuer vernichtet. Dies könnte bedeuten, dass alles, was in den Feuersee geworfen wird, in alle Ewigkeit nicht mehr sein wird.

Die Bibel ruft dazu auf, sich heute für Gott zu entscheiden. Alle anderen Spekulationen über spätere Möglichkeiten der Veränderung haben keine biblische Grundlage. Den Menschen wird ihr eigenes Leben vor Augen geführt (die Bücher wurden aufgeschlagen Offenbarung 20,12) und sie werden sich aufgrund ihres Verhaltens selbst beurteilen (Johannes 12,47-48).

Für viele ist die Botschaft von der Auferstehung eine Stärkung in der Anfechtung und als Ermutigung, auch unter Druck dem Glauben nicht abzusagen. Es ist auch eine Botschaft des Trostes: Das Sterben um des Glaubenswillen ist nicht umsonst gewesen.

Doch wer ist im Buch des Lebens eingetragen? Jesus sagt: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen“ (Johannes 5,24).

 „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Johannes 3,16).

Die letzte Einladung


Beten mit dem Kolosserbrief

26. Mai 2020

Dienstag, 26. Mai, 20.15 Uhr, Radio Maria Schweiz

Auf unserer Wanderung von Basel nach Jerusalem haben meine Frau und ich Kolossä selbst besucht. Die Stadt ist nicht weit von Laodizea und Hiërapolis entfernt und eigentlich älter als diese zwei. Heute ist Kolossä ein Acker. Es gibt da keine Ausgrabungen, aber ab und zu liegen Steine herum, die auf eine Besiedelung schließen lassen. Auch sieht man noch an der Hügelform, wo das Theater war. Auf dem Podcast oder auf meiner Webseite ist zu dieser Sendung ein Link zum YouTube Video den wir gemacht haben. https://youtu.be/E3qJNoMdMTg

In der Nähe von Kolossä gab es eine Erdspalte. Daraus könnten Gase entwichen sein. Im Altertum hat man solche Orte aufgesucht, um beduselt von den Gasen Träume oder Visionen zu empfangen. Kolosser 2,18 spricht von Visionen.

Paulus selbst war nie in Kolossä. Epaphras hat die Gemeinde aufgebaut und hat Paulus davon berichtet. So steht in Kapitel 1,7-8: „So habt ihr es von Epaphras, unserm geliebten Mitknecht, gelernt. Er ist an unserer Stelle ein treuer Diener Christi  und er hat uns auch von der Liebe berichtet, die der Geist in euch bewirkt hat.“

Die Sorge des Paulus war, dass die Glaubenden sich von Vision oder anderen irdische Dingen und Lehren faszinieren lassen. Deshalb zeigt Paulus auf, dass in Jesus die Weisheit und Fülle Gottes ist. Jesus verändert auch den Umgang miteinander und als Glaubende haben wir ein Ziel vor Augen: Die Vollendung in Jesus.  

https://www.obrist-impulse.net/beten-mit-dem-kolosserbrief


Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

24. Mai 2020

Himmelfahrt liegt hinter uns. Pfingsten vor uns. Für die Jünger von Jesus eine Zeit des Wartens. Jesus erscheint nicht mehr und der Heilige Geist ist noch nicht da.

Jeder kennt in seinem Leben Situationen, in denen man Dinge aushalten muss. Da liegen Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott hinter uns, doch das Neue ist noch nicht angebrochen. Manchmal können solche Zeiten sehr lang sein.

Wir leben in einer Instant-Gesellschaft. Alles muss sofort her. Doch manche Dinge werden uns nur zugänglich, wenn wir die Geduld aufbringen, darauf zu warten und nicht davon zu laufen.

Es ist eine Zwischenzeit. Das Alte ist vergangen. Nichts wird mehr so sein, wie es war. Das müssen die Jünger verarbeiten.

Eine neue Strategie, wie die Jünger weitergehen sollen, ist nicht vorhanden. Im Gebet werden sie darauf vorbereitet, dass nicht sie Gott bewegen müssen, sondern er durch den Heiligen Geist die ganze Welt bewegt (Apostelgeschichte 17,6).

Die Kunst des Glaubens ist, Gott zu vertrauen, dass sein Weg zu unserem Segen ist. In der totalen Abhängigkeit von ihm erleben eine neue Wirklichkeit.

https://www.obrist-impulse.net/zwischen-himmelfahrt-und-pfingsten


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