Der rettende Gedanke

13. Januar 2016

Was kann ein Spiegel, was einem Menschen kaum gelingt? Er hält uns immer die Realität vor Augen. Er zeigt mir, wie ich bin, ohne etwas zu verschönern und ohne etwas mit Glanz zu überziehen. Die Geschichte vom barmherzigen Vater und seinen beiden Söhnen in der Bibel ist wie ein Spiegel.

Nachdenken und sich selbst entdecken
Vom verlorenen Sohn heißt es: Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die genügend Brot haben und ich verderbe hier vor Hunger (Lk. 15,17). Wir brauchen in unserem Leben Momente des Nachdenkens. Wo stehe ich? Was mache ich mit meinem Leben? Wo bin ich gelandet? Dem verlorenen Sohn ergeht es wie der Kartoffel: Wenn sie im Dreck steckt, dann gehen ihr die Augen auf. „Ja, bei meinem Vater hatte ich es viel besser als jetzt. Ich habe mich verblenden lassen und bin ins Nichts hinausgelaufen.“

Genauso ergeht es auch uns, wenn wir Leben an einem anderen Ort suchen als bei dem, der es erfunden hat. Wir sausen von einem Anlass zu anderen oder zappen uns durch die Medien, doch was bleibt, ist ein wirrer und müder Kopf. Wir lieben die Zerstreuung und sind auf der Flucht vor uns selber, weil wir mit uns selbst so viele Schwierigkeiten haben. Wir sehnen uns nach Liebe, Wertschätzung und Anerkennung und suchen sie überall, nur nicht Weiterlesen

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