Ist Jesus bald noch der Einzige, der an die Hölle glaubt?

11. Oktober 2017
In der modernen Theologie blendet man ein „Verloren gehen“ aus. Alles wird irgendwann transformiert und das Böse überwunden. Gott habe sich bereits versöhnt und der Mensch habe keinen Einfluss auf sein Heil. Die Kirche sei Demonstration von Gottes transformierender Herrschaft.
 
Auch Sünde ist zu einem diffusen Begriff geworden. Dr. Marcus Weiand vom Institut für Konflikttransformation (ComPax) sagte zu Livenet: „In der Gemeinde fällt der Begriff «Sünde» oft gar nicht mehr.“ „Heute wird gar nicht mehr in der Kategorie gedacht, dass man an etwas Schuld hat. Es geht eher um die Frage der Überforderung. Man schafft Dinge nicht mehr, und damit entschuldigt man möglicherweise auch das Tun. Es steckt ganz tief in uns drin, dissonantes Verhalten zu entschuldigen, anstatt sich den Dingen zu stellen.“
 
In der katholischen Theologie kommt man heute zum Schluss: „Nicht der Himmel ist die Ausnahme, sondern die Hölle“ Gleichwohl gibt es die Hoffnung, dass die Hölle aufgrund der Gnade Gottes quasi leer ist. Dr. Markus Schulze von der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar zitierte in diesem Zusammenhang die beiden Theologen Hans Urs von Balthasar (1905-1988) und Karl Rahner (1904-1984), die beide von der Hoffnung sprechen, dass niemand verworfen ist. Dass die Hölle heutzutage der Jenseitsort ist, der weniger „bevölkert“ ist als der Himmel, bezeichnete Schulze allerdings auch als eine sehr moderne Vorstellung. „Für Augustinus war noch ganz klar, dass die ‚massa damnata‘, die Masse der Verdammten, größer ist als die ‚massa renata‘, die Menge der Erlösten“ Christus aber habe den Menschen zu verstehen gegeben, dass nicht der Himmel die Ausnahme sei, sondern die Hölle.
 
Jesus dagegen spricht in der Bibel immer wieder vom Verlorenen, dass gesucht und gefunden wird (Lukas 15).
 
In Matthäus 10,28 sprach Jesus ganz pointiert: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle!“
 
Jesus lehrt auch in Matthäus 7,13-14: „Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“
 
In Lukas 16 spricht Jesus eindringlich über zwei Orte nach dem Tod und das man die Seiten nicht wechseln kann. Auch wissen wir aufgrund der Schriften genügend und brauchen keine zusätzlichen Offenbarungen (Lukas 16,31).
 
Bemerkenswert ist auch, dass es nach Jesus nicht darum geht, ob wir Jesus kennen, sondern ob er uns kennt. „Ich kenne euch nicht“ sagt Jesus zu den vermeidlichen Gottesdienern (Matthäus 7,22-23), den „Jungfrauen“ (Matthäus 25,12) und anderen Menschen, die dachten sie wissen um Jesus (Lukas 13,26-27).
 
Paulus schreibt (Römer 1,21), dass jeder aufgrund seines Wissens und nicht aufgrund seiner Unwissenheit von Gott beurteilt wird, was Paulus in Römer 2 ausführt. Jeder Mensch wird für die Gemeinschaft mit Gott und den Himmel geboren. Erst durch sein Verhalten kann er aus dem Buch des Lebens gestrichen werden (Offenbarung 3,5).
 
Spannend ist auch die Beobachtung von Petrus im Zusammenhang mit Kornelius, dass Gott alle Menschen annimmt, wenn sie ihn nicht ignorieren (Apostelgeschichte 10,35).
 
Durch die Identifikation mit dem Tod von Jesus am Kreuz als Folge eines gottabgewandten Lebens (Sünde), wird das alte Leben symbolisch in der Taufe aufgegeben und Anteil genommen an der Auferstehung von Jesus, der uns ewiges Leben mit Gott schenkt (Römer 6,4).
 
Sünde kommt ursprünglich aus der Bogensprache und meint Zielverfehlung. Das Ziel ist die Gemeinschaft mit Gott und ein eins werden mit seinen Gedanken (Johannes 17,21).
 
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