Verschlafene Möglichkeit

2. April 2018

Das Entscheidende bei der Geschichte mit den zehn Frauen und ihren Öllampen ist die Frage, ob der Gastgeber sie kennt und ob sie sich auf seine Ankunft vorbereitet haben.

Der Gedanke, dass einer genommen wird und der andere nicht, wenn der Sohn Gottes offenbart wird, kommt auch in Lukas 17,35 vor. Die herausforderndste Aussage dazu finden wir am Ende der Bergpredigt, wo Menschen ebenfalls mit dem gleichen Argument „Ich kenne euch nicht“ abgewiesen werden – Menschen, die sogar Mitarbeiter waren (Matthäus 7,22-23). Die Frage ist also nicht, ob wir Jesus kennen, sondern ob er uns kennt.

Den Glauben erwirbt man nicht und hat ihn dann im Sack. Man muss ihn am Leben erhalten und in der Beziehung zu Jesus bleiben. Die zehn Frauen haben sich alle an die richtige Form gehalten (Lampe), doch nur die Hälfte war ausreichend vorbereitet (Öl). Kein Öl zu haben bedeutet, dass Mangel herrscht. Das innere Feuer ist ausgegangen. Viele Könige von Israel haben ihre Herrschaft gut begonnen, doch sie endeten im Mangel. Daniel sagt zu Belsazar (Daniel 5,27): „Gott hat dich gewogen und für zu leicht befunden. Du kannst nicht vor ihm bestehen.“

Glaube lebt, indem wir Brennstoff nachschieben. Glaube ist wie eine Pflanze, die immer wieder Wasser braucht. Die Botschaft dieses Gleichnisses ist: Seid wachsam. Bleibt dran. Der Begriff Jünger bedeutet: „Bleib lebenslang Lernender“.

Spannend ist auch, dass jeder nur für sich selbst sorgen kann. Die fünf Frauen, die ausreichend Öl dabei haben, können denen nicht helfen, denen das Öl ausgegangen ist. Es reicht nicht, wenn jemand für mich betet. Ich kann nicht vom Glauben anderer leben. Es muss mein eigener Glaube und meine eigene Beziehung zu Jesus sein.

Die Lampen erlöschen, weil der Bräutigam spät kommt. Der lange Atem fehlte, um bis zum Schluss dranzubleiben. Doch eines ist sicher: Er kommt, auch wenn es lange dauert. Petrus schreibt, dass es Gottes Güte ist, die ihn verzögern lässt (2.Petrus 3,9).

Die, die bereit waren, gehen hinein. Für die Unvorbereiteten wird die Tür verschlossen. Gottes Fest ist eine geschlossene Gesellschaft. An seinem Tisch sitzen nur Menschen, die sich dafür geöffnet und darauf vorbereitet haben. Für den, der jetzt noch nicht dabei sein will, gibt es ein „zu spät“. Die leichtfertigen jungen Frauen wussten, dass es den Herrn gibt, doch er kennt sie nicht, weil sie ihn nicht suchten und nicht ihr Herz bei ihm ausschütteten (Psalm 62,9).

Unser Leben heute und hier ist eine Vorbereitungszeit für die Ewigkeit. Jesus als Licht der Welt (Johannes 8,12) will unser Leben entzünden (Matthäus 5,14). Er will unseren Weg erleuchten und uns als Gemeinschaft zum Fest führen. Darum sollen wir unser Leben nicht verschlafen und uns auf seine Ankunft richtig vorbereiten.

Dies sind Gedanken aus unserem Austausch zu Matthäus 25,1-13.

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