Leiden als Schlüsselerfahrung

8. April 2018

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist gewarnt, das es ins Leiden geht. Paulus ist sich aber sicher, dass dies der Wille Gottes ist (Apostelgeschichte 21,1-17). Diese Geschichte irritiert. Warum warnt der Heilige Geist und zugleich gibt er Paulus die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen,  beobachten wir ähnliche Muster. Jesus wird vom Heiligen Geist bei der Taufe erfüllt und dieser führt in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus. Jesus erhält vom Versucher drei Angebote: 1. Hilf dir selbst (Mache aus den Steinen Brot) 2. Zwinge Gott zum Handeln (Spring vom Dach des Tempel, dann werden dich die Engel auffangen) 3. Warum  Leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert ihm die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt und anerkennt). Ein weiteres Mal ringt Jesus im Garten Gethsemane um den Kelch des Leides, bis er einwilligt in das: Dein Wille geschehe (Lukas 22,42).

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden die Macht über uns. In Offenbarung 12,11 steht, dass die Glaubenden ihr Leben nicht geliebt haben bis zum Tod. Jesus sagte seinen Jüngern nach der Auferstehung: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch (Johannes 20,21).

Es gibt Dinge, die können wir nicht in einer friedvollen und behütenden Umgebung lernen. Weder vollmächtige Predigten noch ein erfolgreiches Leben, lernen uns, worauf es ankommt, wenn wir an unsere Grenzen stoßen. Wenn wir entdecken wollen, wie Gott für uns sorgt und uns durchträgt, müssen wir uns den Widerlichkeiten. Der Heilige Geist sendet uns in Situationen, die wir uns nie freiwillig aussuchen würden, weil wir nur darin, wo alles auf dem Spiel steht, begreifen können, dass auch wir Gottes geliebte Kinder sind, an denen er seine Freude hat. Gott lernt man in der Not und nicht auf der Schulbank wirklich kennen.

Damit erfüllt sich was Jesus zum Hananias gesagt hatte: „Ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muss“ (Apostelgeschichte 9,16).

Dies sind Gedanken aus unserem Austausch zu Apostelgeschichte 21,1-17.

Das ist ein Impuls aus unseren Entdeckungen in einer ergebnisoffenen Bibelstudiengruppe. Wir sind auch offen für neue Teilnehmer im Linthgebiet (siehe Inspirierendes Bibelstudium). Gern gestalte ich auch Bibeltage an anderen Orten.

 

https://www.obrist-impulse.net/leiden-als-schluesselerfahrung

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