Glauben an Jesus trotz Gegenwind

9. März 2019

Jesus offenbart am jüdischen Licht- und Wunderfest (Chanukka / Tempelweihfest Johannes 10,22), dass er das Licht der Welt ist (Johannes 8,12 / 9,5). Als Antwort auf die dazwischenliegende Messias-Diskussion (Johannes 8,12-59) vollbringt er ein messianisches Wunder (Johannes 9,30 / 10,21).

Die Jünger sehen den Blindgeborenen und rätseln, wer wohl an seiner Blindheit schuld sein könnte. Die Rabbiner lehren, dass der Grund für die Geburt eines blinden Kindes in einer Sünde der Eltern oder des Kindes zu suchen sei. Doch wie kann jemand sündigen, bevor er geboren wurde? Nach rabbinischer Auffassung geschieht das, wenn ein Kind im Bauch der Mutter eine Abneigung gegen die eigene Mutter entwickelt und deshalb die Mutter in den Bauch tritt. Als Folge davon straft Gott dieses Kind und es wird blind geboren.

 

Im Judentum glaubt man, dass ein Mensch gesegnet wird, wenn er die Gebote hält; wer sie missachtet, den ereilt unmittelbar ein Unglück. Deshalb fragten auch die Jünger von Jesus, wer im Falle dieses blind geborenen Mannes gesündigt habe (Johannes 9,2).

Nach der damaligen Auffassung konnte nur der Messias einen Blindgeborenen sehend machen. Das Besondere daran ist, dass Augenlicht erschaffen werden muss (Schöpfungswunder) und nicht ein erblindetes Auge einfach wieder sehend wird. Jesus offenbart sich als das Licht der Welt (Johannes 9,5), durch das Blinde sehend und Sehende geistlich blind werden (Johannes 9,39).

Glaube ist Gnade. Der Blinde hat gar nicht um Heilung gebeten. Jesus macht einen Brei aus Speichel und Erde und schmiert ihn dem Blinden auf die Augen. Dann sagt er zu ihm, er solle zum Teich Siloah gehen und sich dort waschen. Siloah bedeutet „der Gesandte“. Damit sagt Jesus zu dem Blinden: Geh zum Gesandten.“ Der blinde Mann musste durch die ganze Stadt zum Teich Siloah hinuntergehen, dem einzigen Ort in Jerusalem mit Quellwasser. Auf diese Weise bekam die ganze Stadt mit, was jetzt geschah.

Glaube fordert unser Handeln im Vertrauen. Er muss sozusagen in „blindem Gehorsam“ zum Teich gehen und sich waschen. Dieser Gehorsam öffnet ihm die Augen. Das ist für uns nicht anders. Erst wenn wir im Gehorsam das tun, was Jesus uns aufgetragen hat, werden uns die Augen des Glaubens geöffnet.

Glaube wächst durch das Bekenntnis. Zuerst weiß der Blindgeborene gar nicht recht, wie und von wem er geheilt worden ist. Je öfter er aber seine Geschichte erzählt, desto klarer wird ihm, wer ihm die Augen geöffnet hat. Und je mutiger er das ausspricht, desto entschiedener wird sein Glaube an Jesus.

Glaube wächst in Schwierigkeiten. Der Geheilte wird stark angefeindet und aus der Synagoge hinausgeworfen. Da offenbart sich ihm Jesus und er fällt vor ihm nieder. Glaube fordert uns heraus. Wenn wir dranbleiben, werden wir Jesus sehen.

Die Nachbarn und die Pharisäer sehen das Messias-Wunder und wollen es nicht wahrhaben. Sie können sich nicht am Wunder freuen. Jesus hat vor nicht langer Zeit in der Laubhütten-Prozession am Teich Siloah verkündet, dass er der ist, der den Lebensdurst stillt (Johannes 7,37). Am „Tag der Freude an der Torah“ (Simcha Torah) hat er anhand der Ehebrecherin aufgezeigt, dass er das Gesetz nicht dazu gebraucht, um andere zu verurteilen, sondern um ihnen eine Chance zu geben, sich neu auszurichten. Nun, am Licht- und Wunderfest (Chanukka / Tempelweihfest Johannes 10,22), beantwortet er die Messias-Diskussion mit dem dritten von den Menschen erwarteten Messias-Wunder. Mit der Frage, ob der Mann wirklich blind geboren worden war, will man herausfinden, ob es sich wirklich um ein messianisches Wunder handelt. Deshalb befragen die Pharisäer auch die Eltern. Als der Geheilte und die Eltern es bestätigen, wird die Sache brisant. Der Geheilte weist darauf hin, dass noch niemand einen Blindgeborenen geheilt hat (Johannes 9,32). Deshalb ist für ihn klar, dass dies ein göttliches messianisches Wunder ist. Es ist auch ein Schöpfungswunder. Der Speichel und die Erde weisen auf die Erschaffung des Menschen hin. Es wäre auch unlogisch, jemandem Sand in die Augen zu streichen. Dass Jesus das getan hat, bedeutet, dass das Auge nicht da oder ohne Empfindung war.

Die Pharisäer sind auf ihre Glaubenssätze und Traditionen fixiert. Für sie kann es nicht sein, dass jemand, der von Gott gesandt ist, am Sabbat arbeitet, indem er einen Brei aus Speichel und Erde macht (Johannes 9,15-16). Sie haben schon längst beschlossen, dass jeder, der Jesus als den Messias anerkennt, aus der Synagoge ausgestoßen wird (Johannes 9,22). Sie behaupten zwar, sie seien die Sehenden (Johannes 9,41), doch sie sind in ihrer Fixierung auf ihre eigene Sichtweise blind für die klare Botschaft, die in diesem Wunder offenbar wird. Damit disqualifizieren sie sich selbst. An Jesus scheiden sich die Menschen (Johannes 9,39).

Glaube ist ein Geschenk, fordert uns aber auch heraus, im Vertrauen auf Gott zu handeln. Durch das Sprechen über Gott gewinnen wir selbst an Klarheit, und durch den Gegenwind erhält der Glaube Auftrieb. Wer dranbleibt, wird Jesus sehen.

Das ist ein Impuls aus den Entdeckungen in ergebnisoffenen Bibelstudiengruppen im Linthgebiet.

https://www.obrist-impulse.net/glauben-an-jesus-trotz-gegenwind/

 

 

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