Das Lamm enthüllt die Geheimnisse

29. Februar 2020

In Offenbarung 6 öffnet das Lamm (Jesus Christus), die Geheimnisse der Weltgeschichte.

Zuerst wird der Siegeszug des weißen Reiters dargestellt. Das weiße Pferd war in der damaligen Zeit das Reittier des Triumphators. Er reitet in einer eroberten Stadt auf einem weißen Pferd ein. Der Bogen war damals die gefürchtete Waffe der siegreichen Parther aus dem Iran, die das römische Reich bedrohten. Das weiße Pferd deutet den Wunsch an, die ganze Welt zu beherrschen und friedlich eine neue Weltordnung aufzurichten. Aber als Folge kommen Krieg, Teuerung und der Tod in die Welt.

Der zweite rote Reiter nimmt der Erde den Frieden weg. Es fließt viel Blut, weil die Menschen sich gegenseitig abschlachten.

Daraufhin folgt eine Teuerung (schwarzes Pferd), die anscheinend die Oberschicht nicht erreicht (Öl und Wein sind Luxusgüter und diese sind nicht betroffen). Schon eine Tagesration Essen kostet in dieser Zeit einen Tageslohn.

All das steigert sich immer weiter, bis ein Viertel der Erdbevölkerung durch Krieg, Hunger, Krankheit und Tierseuchen umgekommen ist (fahles Pferd).

Dabei kommen auch viele unschuldige Menschen um, die sich an Gott halten. Das einzige Gebet, das uns von den Heiligen im Himmel bekannt ist, spricht Bände: „Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen?“ (Offenbarung 6,10). Hier offenbart sich die Geduld Gottes, der auf die Umkehr der Menschen wartet und im Gegenzug dazu die Sicht von uns Menschen: Hat unser Leiden endlich ein Ende? Wann geschieht Gerechtigkeit?

Die Antwort an Johannes ist, dass das Maß noch nicht voll ist (Offenbarung 6,11). Anscheinend gibt es immer noch Menschen, die dafür offen sind, die Erlösung in Jesus anzunehmen und sich ganz auf seine Seite zu stellen.

Beim nächsten Siegel sehen wir eine ganz andere Reaktion: Die Menschen ziehen sich von Gott zurück. Sie verbergen sich so gut vor Gott, wie sie nur können. Sie suchen sich Schutzräume und wünschen sich sogar eher den Tod, als sich mit Gott auseinanderzusetzen. Es ist keine Bereitschaft da, Verfehlungen einzugestehen und um Gnade zu bitten.

Das griechische Wort, das in Offenbarung 6,8 mit „Tod“ wiedergegeben wird, kann auch mit „Krankheit“ übersetzt werden. Es können also auch neuartige tödliche Krankheiten sein.

Das griechische Wort für „Sterne“ in Offenbarung 6,13 ist „aster“ (ἀστερ). Daraus entstand auch das Wort „Asteroid“ (sternähnlich). An dieser Stelle kann das bedeuten, dass alle fliegenden Himmelskörper (Satelliten?) vom Himmel herunterfallen.

Der Zorn des Lammes in Offenbarung 6,16 passt nicht zum Bild des barmherzigen Gottes. Der Zorn ist die Kehrseite der abgelehnten Liebe. Wer die Liebe Gottes nicht annimmt, empfindet Gott als zornig. Wenn man sich gegen jemanden stellt, wird er zum Gegner. Statt die rettende Hand zu ergreifen, verbarrikadiert man sich in einem Leben ohne Gott.

Johannes ist nicht der Erste, der Pferde in einer visionären Schau sieht. Auch der Prophet Sacharja hat schon Pferde gesehen (Sacharja 1,8; 6,1-3). Das Pferd ist ein Symbol von Macht und Stärke und zeigt an, dass die ganze Welt betroffen ist.

Spannend ist, dass sich die Not erst ausbreiten darf, wenn Gott es zulässt. Erst auf das „Komm“ hin wird sie sichtbar. Sie hat klare Schranken. Die Mächte des Verderbens sind keine freien Gewalten.

Die Not in dieser Welt ist die Schmiede zu einem erfüllten Leben mit Gott. Noch mehr Menschen erfahren darin ihre Vollendung.

Wenn niemand mehr bereit ist, sich auf Christus einzulassen, dann erbebt die Erde. Der Mensch wird erleben, was passiert, wenn Gott sich zurückzieht. Würde Gott nicht ständig eingreifen, wir Menschen hätten schon längst alles zerstört.

Hier spricht Johannes nicht von einem Blutmond, sondern von einem verdunkelten Mond. Vorstellbar ist dies durch Vulkanausbrüche, die mit ihrer Asche den Himmel verdunkeln. Das Bild zeigt auf: Der Herr dieser Welt ist nicht der Mensch, sondern der, der auf dem Thron sitzt und das Lamm.

 

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