Beten mit Jesaja 1

15. April 2020

Jesaja 1  ist ein sehr herausfordernder Text. Er spricht darüber, wie Menschen mit Gott umgehen, was Gott wichtig ist und wie Gott gerne vergibt.

Vielleicht möchte Gott uns dadurch, dass alle feierlichen Gottesdienste ausgefallen sind, sagen, dass es nicht um feierliche Anlässe geht, sondern um ihn selbst.

Hören wir hinein in Jesaja 1

Jesaja 1,2 Hört, ihr Himmel, horch auf, Erde! Denn der HERR hat gesprochen: Ich habe Söhne großgezogen und emporgebracht, doch sie sind mir abtrünnig geworden. 3 Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. 4 Wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volk, der Brut von Übeltätern, den Söhnen, die Verderben bringen! Sie haben den HERRN verlassen, den Heiligen Israels verschmäht und ihm den Rücken zugekehrt.

 

Himmlischer Vater, diese Worte bewegen mich: Ich habe euch großgezogen, doch sie sind mir abtrünnig geworden. Dem HERRN haben sie den Rücken zugekehrt. Ja es ist wahr, du hast uns reich beschenkt, und wie oft wenden wir uns anderen Dingen zu. Uns als Gesellschaft geht es so gut. Wir haben alles. Wir haben auch Bibeln, so viele wir wollen, doch Gott spielt in unserer Gesellschaft kaum noch eine Rolle. Viele wissen nicht einmal mehr, was wir an den Feiertagen eigentlich feiern. Viele haben dir den Rücken zugekehrt. Sie sagen ganz offen und frei, dass der Glaube in ihrem Leben keine oder eine ganz untergeordnete Rolle spielt. Über dich spricht man nur, wenn man einen Schuldigen dafür sucht, weshalb die eigenen Wünsche und Vorstellungen nicht Wirklichkeit werden. Es trifft uns, wie wir dich als Geber und Erhalter unseres Lebens ignoriert und verdrängt haben. Vergib uns und hilf uns, dich wieder wahrzunehmen. Hilf uns, zu realisieren, dass wir von dir abhängig sind. Dass wir dich brauchen und dass wir, wenn wir uns von dir abwenden, das verlieren, was wir zum Leben brauchen. Der Coronavirus verhindert, dass Sauerstoff ins Blut kommt. Ebenso verhindert Gottlosigkeit, dass dein Geist uns prägen und leiten kann. In beiden Fällen wird das Leben verhindert. Wir kommen deshalb zu dir und bitten dich: Erbarm dich über uns und unsere Gesellschaft.

 

Jesaja 1,12 Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer hat von euch verlangt, dass ihr meine Vorhöfe zertrampelt? 13 Bringt mir nicht länger nutzlose Gaben, Räucheropfer, die mir ein Gräuel sind! Neumond und Sabbat, das Ausrufen von Festversammlungen, ich ertrage nicht Frevel und Feier. 14 Eure Neumonde und Feste sind mir in der Seele verhasst, sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. 15 Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut. 16 Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun! 17 Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!

 

Himmlischer Vater, du zeigst uns auf, dass wir nicht nur einfach ein Wunder von dir erwarten können, sondern auch uns selbst in die Pflicht nehmen müssen. Dir sind festliche Feiern eine Last und du bist es müde, sie zu ertragen, wenn es nur äußerliche Feiern sind, aber wir uns nicht so verhalten wollen, wie du es in der Bibel gesagt hast. Nicht Zeremonien beeindrucken dich, sondern Menschen, die sich bewusst auf dich einlassen wollen. Die dich suchen und nicht ein Ritual. Dir geht es nicht um perfekte Gebete, sondern um ein Herz, das die innersten Gedanken mit dir teilt. Du sehnst dich danach, dass wir nicht nur dich anrufen, sondern auch auf dich hören. Dass wir uns von deinem Geist leiten lassen, wie wir einem anderen Menschen helfen, ihn ermutigen oder stützen können. Hilf uns, in dieser ungewöhnlichen Zeit auf dich zu hören. Wir sind alle in unsere vier Wände zurückgeworfen. Es ist wie eine Klausur. Eine Zeit der Einkehr, der Stille und des Gebets. Wir bitten dich: Begegne uns. Lass uns dich in der Bibel entdecken. Schenke uns einen neuen Blick für deine Wirklichkeit und wie du uns Tag für Tag trägst.

 

Jesaja 1,18 Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der HERR. Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie. 19 Wenn ihr willig seid und hört, werdet ihr das Beste des Landes essen. 20 Wenn ihr euch aber weigert und auflehnt, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.

 

Himmlischer Vater, wir möchten, dass unsere Sünden vergeben werden und wir wieder rein wie Schnee sind. Wir bekennen dir unsere Schuld. Wie schnell kehren wir dir den Rücken zu, wie schnell ignorieren wir deine Anweisungen, wie schnell verfehlen wir das Ziel, zu dem du uns geschaffen und begabt hast. Sünde heißt Zielverfehlung. Doch wir wollen wieder dein Ziel für unser Leben vor Augen haben und uns darauf ausrichten. Wir wollen auf den Heiligen Geist hören, der uns wie ein GPS immer wieder neu auf das Ziel ausrichtet, wenn wir vom göttlichen Weg abgekommen sind. Heiliger Geist, zeige uns die nächsten Schritte. Öffne uns das innere Ohr, damit wir dich verstehen. Danke, Jesus, dass du stellvertretend für uns am Kreuz gestorben bist. Und danke, Vater, dass du Jesus auferweckt hast und uns damit aufgezeigt hast, dass wir in Jesus Anteil am ewigen Leben haben können.

https://www.obrist-impulse.net/beten-mit-jesaja-1-und-psalm-13-und-matthaeus-28

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