Das himmlische Jerusalem

3. Juni 2020

In Offenbarung 21-22,5 kommen wir an die Grenze unserer Vorstellungskraft, weil uns eine Welt beschrieben wird, die losgelöst ist von allen uns vertrauten Elementen und die nicht in unser Denkschema passt.

Unsere eigentliche Bestimmung ist die Gemeinschaft mit Gott. Er ist die Quelle und das Zentrum des neuen Lebens. Er macht alles neu – auch uns. Nichts bleibt verborgen, es gibt keine Finsternis mehr.

Schon im Kapitel 20 war das eigenartige Wort zu lesen: „Ich sah einen großen weißen Thron, vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel“ (Offenbarung 20,11). Schon hier spüren wir, dass unsere Vorstellungskraft versagt.

In Offenbarung 21,5 heißt es: „Ich mache alles neu.“ Das eigentliche Bild zeigt hier, dass alles verwandelt oder vollendet wird (Philipper 1,6). Alles Unreine und Sündige wird verbannt oder verbrannt. Alles ist geläutert.

Der Fokus liegt nicht auf dem Untergang, sondern  auf der göttlichen Vollendung. Tod, Leid, Geschrei, Schmerz und Tränen sind vorbei und vergangen (Offenbarung 21,4). Die rebellierenden Mächte sind nicht mehr. Es wird nichts mehr geben, was den glücklichen Zustand der vom Bösen Erlösten  beeinträchtigen könnte. Alle Unvollkommenheit der bisherigen Welt gehört nun für immer der Vergangenheit an.

Dafür strahlt das neue Jerusalem in außergewöhnlicher Schönheit auf. Das Kennzeichen der neuen Welt ist Gottes Gegenwart inmitten der erlösten Menschheit. Die Trennung (der Vorhang) zwischen Himmel und Erde, der sichtbaren und übersinnlichen Welt, ist aufgehoben. Der Zustand des Paradieses  ist wieder hergestellt, doch nicht so wie vor Urzeiten. Gott kommt nicht mehr zu Besuch (1.Mose 3,8), sondern wird unter den Menschen wohnen. Das ist auch die Bedeutung des Namens „Immanuel“: Gott mit uns.

Anteil an dieser neuen Welt hat, wer siegt oder überwindet  (Offenbarung 21,7), im Lebensbuch des Lammes eingetragen ist (Offenbarung 21,27) und sich wie eine Braut bereit gemacht hat (Offenbarung 19,7-8 / Offenbarung 21,9 / Hebräer 12,22-24).

An den Toren des neuen Jerusalem stehen Engel (Offenbarung 21,12). Die Perlen symbolisieren Schönheit und Wachstum durch Leiden.

Jesus sagt in Johannes 14,2: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten.“ Das „dort“ weist darauf hin, dass dies nicht hier in unserer Dimension geschehen wird.

Was das himmlische Jerusalem erfüllt, ist die Herrlichkeit Gottes  (Offenbarung 21,11).

Johannes sieht einen Würfel (wie das Allerheiligste in der Stiftshütte) oder eine Pyramide mit einer Seitenlänge von 2300-2400 km. Das ist die Distanz von der Schweiz bis nach Moskau mit einer 240-fachen Flughöhe von 10 km. Der Erddurchmesser beträgt im Mittel 6371 Kilometer. Der Würfel hat somit eine Diagonale, die rund die Hälfte des Erddurchmessers ausmacht. Die Stadt kann also nicht auf unserer Erde stehen. Auch das Meer gibt es nicht mehr (Offenbarung 21,1).

Zutritt (durch die Tore) zur himmlischen Stadt der Vollendung gibt es gewissermaßen nur durch Israel hindurch. Das bedeutet, dass man die Offenbarungslinie Gottes durch Israel anerkennt und in das biblische Heilsverständnis eingepfropft wird (Römer 11,17).

Auf dem Zeugnis der zwölf Apostel, dass Jesus auferstanden  ist (Apostelgeschichte 1,22), ruht das geistliche Leben (Epheser 2,19-20).

Die Straße ist ein Sinnbild für das Leben in einer damaligen Stadt. Sie ist ein Symbol der Verbundenheit, der Gemeinschaft und des Zusammengehörens.

Das irdische Jerusalem ist in der Vision, die Johannes sieht, nicht zu erkennen. Johannes sucht einen Tempel. Doch das wichtigste Merkmal Jerusalems fehlt. Man muss den Zugang zu Gott nicht suchen, denn er ist überall da.

Das Zweite, das Johannes vermisst, sind geschlossene Tore. Die Mächte der Finsternis sind überwunden. Es sind keine Angriffe mehr  zu befürchten. Alle, die gegen Gott rebellieren wollen, sind verschwunden. Man ist nicht gegeneinander, sondern füreinander. Jeder Mensch ist an dem Platz, der ihm entspricht.

Eigentümlicherweise zeigt ausgerechnet einer der Engel, der eine der sieben Zornschalen ausgeschüttet hatten, Johannes nun die Vollendung. Das eigentliche Ziel der Gerichte Gottes ist die Hingabe an Gott und dass sich jeder einbringt (Offenbarung 21,24).

Schon im ersten Paradies gab es mehrere Ströme (1.Mose 2,10-14) und den Baum des Lebens (1.Mose 2,9). Auch hier wird vom Strom und Baum gesprochen. Hier gibt es keinen Durst, kein ungestilltes Verlangen mehr. Es gibt kein Welken, kein Sterben; alte Wunden werden geheilt. Im Fokus steht Christus und nicht das Vergangene.

Doch der Himmel ist kein Schlaraffenland. Im Zentrum steht die Lammesart. Einer dient dem anderen (Markus 9,35). Wenn man einen Menschen ansieht, sieht man Jesus in ihm. Das drückt der Name auf der Stirn aus. Paulus beschreibt das so: „Wir alle aber schauen mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn“ (2.Korinther 3,18).

In der Ziggurat-Pyramide, die Dubai bis 2028 fertigstellen will, sollen eine Million Menschen leben. Die Götterberg-Pyramide soll eine Fläche von 2,3 Quadratkilometern haben. Soll das eine Nachahmung des himmlischen Jerusalems sein?

https://www.obrist-impulse.net/das-himmlische-jerusalem

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