Gott spricht zu Abraham. Was bedeutet das für uns?

10. Januar 2021

In 1. Mose 12,1 steht: „Der HERR sprach zu Abram: Geh  fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde!“ Drei Wort sind sehr wichtig: „Der HERR sprach.“

Der Gott Abrahams spricht. Schon ganz am Anfang, in 1. Mose 2,16, steht: „Dann gebot Gott, der HERR, dem Menschen.“ Gott hat die Menschen nicht einfach entstehen lassen und kümmert sich dann nicht mehr um sie. Nein, er spricht mit ihnen.

Sogar als die Menschen sich von Gott abwandten und sich vor ihm versteckten, steht in 1. Mose 3,9: „Aber Gott, der HERR, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?“

Gott spricht zu uns Menschen. Dazu wurden wir erschaffen. Gott wollte Verwalter  auf der Erde einsetzen, mit denen er reden kann.

Wenn wir im biblischen Stammbaum die Zahlen zusammenzählen, dann konnte Abraham Noah noch kennenlernen. Es kann also sein, dass Noah dem Abraham erzählte, wie es damals bei der Flut war, wie Gott zu ihm gesprochen hat und wie er Gott mit einem Opfer seinen Dank zum Ausdruck brachte.

Dass einfach so dasteht: „Der HERR sprach zu Abram“, zeigt an, dass Abraham für Gottes Reden offen war.

Wenn wir also glauben wie Abraham, dann sind wir offen für Gottes Reden  und erleben, dass Gott auf unterschiedliche Arten zu uns spricht.

Das Judentum ist stolz darauf, dass Gott in 2. Mose 19 und 20 zum ganzen Volk sprach. Doch dann steht in Vers 19: „Sie sagten zu Mose: Rede du mit uns, dann wollen wir hören! Gott soll nicht mit uns reden, sonst sterben wir“ (2.Mose 20,19). Im jüdischen Talmud wird uns eine entscheidende Wende im Judentum beschrieben: Im Buch Midrash Tehillim 4 steht: „Ein irdischer König erlässt eine Verordnung, und obwohl seine Berater es verlangen, können sie diese nicht auflösen. Ob es ihnen gefällt oder nicht, sie gehorchen seiner Verordnung, aber wenn der König sie selbst auflöst, wird sie aufgelöst. Aber der ewige König, gepriesen sei er, ist nicht so, denn er befolgt alles, was der Sanhedrin beschließt.“ Das ist spannend. Das heutige Judentum  rechnet nicht damit, dass Gott spricht, sondern dass die Rabbiner die Autorität haben, Dinge zu bestimmen. Entscheidend im jüdischen Glauben ist immer, was mein Rabbiner sagt.

Im Islam spricht Gott auch nicht direkt zu den Muslimen. Sogar der Koran wurde nach islamischer Überlieferung vom Engel Gabriel vorgetragen und Mohammed hat ihn dann rezitiert. Nur nach einer islamischen Tradition in den Hadithen aus dem 8. Jahrhundert ist Mohammed in den Himmel aufgefahren und hat Gott im siebten Himmel hinter dem Lotusbaum getroffen, an einem Ort, zu dem nicht einmal Gabriel hingehen konnte.

Vor diesem Hintergrund ist es sehr spannend, dass der Gott Abrahams spricht, ja, dass er sogar bis heute Menschen anspricht. In Jesaja 43,1 steht: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“

Und Jesaja 65,1-2 offenbart uns noch etwas Spannendes über Gott. Da steht: „Ich wurde gesucht von denen, die nicht forschten, ich wurde gefunden von denen, die mich nicht suchten. Ich sagte zu einer Nation, die mich nicht anrief: Hier bin ich, hier bin ich! Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus.“

Gott ruft uns und sucht uns. Er spricht zu uns. Spannend ist nun, wie Jesus uns im Neuen Testament beschrieben wird. Jesus spricht in göttlicher Autorität. Er sagt nicht: „Gott hat mir gesagt“, sondern: „Ich sage euch“.

Heute spricht Gott durch den Heiligen Geist. In Johannes 16,13 sagt Jesus: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.“

Gott spricht mit Abraham. Heute spricht er durch den Heiligen Geist zu den Menschen, die auf ihn hören wollen.

Im Hebräer 3,7-8 steht: „Darum beherzigt, was der Heilige Geist sagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet nicht eure Herzen.“

Der Heilige Geist leitet uns. Er spricht zu uns. Er öffnet uns die Augen und unseren Verstand, wenn wir uns ihm nicht verschließen.

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