Gott begegnet Abraham als Mensch

21. Januar 2021

In 1. Mose 18 besucht Gott den Abraham. 1 Der HERR erschien Abraham bei den Eichen von Mamre …

Zu Abraham kamen drei Männer. Zwei davon gingen später nach Sodom. Sie werden in 1.Mose 19,1 als zwei Engel identifiziert. Vor dem dritten Mann blieb Abraham stehen. Dieser Mann wird mit dem Gottesnahmen (JHWH) bezeichnet (1.Mose 18,22).

Ist es möglich, dass Gott in Gestalt eines Menschen erscheint? Kein Mensch kann Gott werden, doch kann Gott Mensch werden? Im Text gibt es in Vers 14 eine gute Antwort: Ist denn beim HERRN etwas unmöglich? (1.Mose 18,14).

Die ganze Sache wird noch spannender, weil auch Jesus sich auf diese Begebenheit bezog. Er sagte in Johannes 8,56: „Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.“ Die Schriftgelehrten fragten ihn: „Du hast Abraham gesehen?“ (Johannes 8,57). Für die Zuhörer war klar, dass Jesus damit sagen wollte, dass er der dritte Mann gewesen sei, der Abraham erschien und der mit Gott (JHWH) bezeichnet wird. Deshalb wollten sie Steine nach ihm werfen, denn sie empfanden das als Gotteslästerung, weil Jesus damit sagt, er sei Gott JHWH.

Abraham läuft den Besuchern entgegen und fällt vor ihnen nieder (1.Mose 18,2). Das ist nicht die übliche beduinische Gastfreundschaft. Vielmehr erkennt Abraham den Gott-Menschen und bittet ihn, nicht weiterzuziehen (Vers 3). Üblich wäre gewesen, dass der Gast um Bleiberecht bittet und der Herr des Hauses entscheidet, wie lange er bleiben darf – auf eine Tasse Kaffee, für drei Nächte oder ob er als Teil der Familie aufgenommen wird. Für Abraham ist klar, dass er mit dem Gott spricht, den er bereits kennt. Der besondere Mann wird in dieser Geschichte viermal mit dem Namen Gottes (JHWH) bezeichnet (2.Mose 18,1. 17. 22. 33).

Hier lesen wir also etwas Erstaunliches: Gott kann menschliche Gestalt annehmen. „Warum sollte Gott etwas unmöglich sein?“ Kein Mensch kann Gott werden, doch Gott kann Mensch werden. In 1.Mose 18 erleben wir eine radikale Darstellung der Fleischwerdung Gottes: Er isst das von Abraham zubereitete Essen. Die Männer sind also keine Geisteserscheinung, sondern echte Menschen.

Und deshalb entstand in Johannes 8 die ganze Aufregung um Jesus. Wenn Abraham Jesus getroffen und gesehen hat, dann muss Jesus der Gott-Mensch sein. Die Reaktion der Zuhörer entspricht genau dieser Erkenntnis. Warum sonst sollten sie so aufgeregt reagieren und Jesus sogar steinigen wollen?

In Jesus begegnet uns der unsichtbare Gott. In ihm offenbarte sich Gott den Menschen durch alle Zeiten. Jesus hat nicht eine Offenbarung von Gott bekommen, sondern ist selbst die Offenbarung Gottes.

Der Grund, warum wir Gott nicht sehen können, liegt nicht an Gott, sondern weil wir nicht erkennen, wie er uns begegnet.

Abraham erkannte, dass Gott vor ihm stand und sagte: Herr, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber (1.Mose 18,3).

Wäre es nicht schön, wenn auch wir wieder diesen Blick von Abraham hätten, damit wir erkennen, wie Gott uns begegnet?

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