Das Paradox des Frommen

26. November 2021

Jesus erzählt in Lukas 18,9-14 ein Gleichnis von einem Pharisäer und einem Zöllner, weil einige seiner Zuhörer von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt sind und die anderen verachten.

Der Pharisäer dankt Gott, dass er nicht so ist wie der Zöllner. Er ist religiös. Dankt sogar Gott. Aber er braucht Gott nicht. Sein Gebet dreht sich um sich selbst und er kommt ohne Gott aus. Er wertet und verurteilt die anderen Menschen.

Der Zöllner dagegen schaut ganz beschämt zu Boden und sagt: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Er erkennt, dass er Gott braucht. Dass Gott seinen Mangel ausgleicht. Jesus sagt: „Dieser ging gerechtfertigt nach Hause.“ Wegen seiner Einsicht wurde er ein Gerechter vor Gott.

Jesus beendet die Geschichte mit der Aussage: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Wer denkt, er sei so hoch, dass er die Hilfe Gottes nicht braucht, wird eines Tages einsehen müssen, dass er so vor Gott nicht bestehen kann.

Wer aber zugibt, dass er die Hilfe Gottes braucht, dem fügt Gott hinzu, was ihm mangelt. Einsicht und nicht ein perfektes Leben öffnen uns die Tür zu einem Leben mit Gott. Erniedrigen bedeutet, zu seiner Bedürftigkeit stehen und Hilfe immer dankbarer in Anspruch zu nehmen. Wer dazu zu stolz ist, kommt aus eigener Kraft nicht ins Ziel.

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