Mose und seine Bestimmung

12. Februar 2022

Mose war in 2. Mose 2,11-15 überzeugt, dass die Stunde für das Eingreifen des Retters geschlagen hatte. Auf Gottes Uhr war aber der Zeiger noch nicht so weit vorgerückt.

Wir sehen, wie Mose als menschlicher Erlöser handelt. Mose erlebt einen krassen Fall von Ungerechtigkeit. Musste da nicht der Gerechtigkeit unverzüglich zum Sieg verholfen werden?

Mose reagiert emotional. Eine Not sehen ist das Eine, doch die große Herausforderung besteht darin, aus der Ruhe heraus zu reagieren. Heute wird reagiert, bevor man richtig darüber nachdenken konnte.

Vielleicht sollen auch wir lernen, auf den rechten Zeitpunkt zu warten? Wenn wir Gutes bewirken wollen, ist es wichtig, vor dem Handeln zuerst nachzudenken. Doch das fällt uns gar nicht immer so leicht.

Jesus wartete über 30 Jahre, bevor er öffentlich auftrat. Wichtig ist, dass wir die Not sehen und mittragen, sie vor Gott bewegen und dann warten, bis Gottes Zeit gekommen ist.

Manchmal versuchen wir schneller als Gott zu reagieren. Doch Geduld ist eine göttliche Eigenschaft. In Psalm 86,15 steht: „Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und reich an Huld und Treue.“

Der zweite Fehler Moses bestand darin, dass er sein Volk aus eigener Kraft retten wollte. Jahre vergehen, bis Gott Mose seine eigene Kraft, seinen Eifer, ja sogar seinen Wunsch, ein Befreier zu sein, entzogen hat, damit er Gottes Willen ausführen kann. Gott ist der Handelnde. Er lässt uns sogar schwach werden, damit seine Kraft in und durch uns sichtbar wird.

Mose irrte sich, als er meinte, das Volk würde ihn durch seine Tat als ihren Retter anerkennen. Sie sahen in Mose noch nicht den göttlichen Retter. Sie sahen einen eifernden Mann. Mose war noch nicht selbstlos geworden.

Da, wo wir Lösungen für Menschen bieten, die gar keine wollen, werden wir keinen Erfolg sehen.

Mose hat einen völligen Bankrott erlebt. Er scheitert an seiner Klugheit, an seiner eigenen Macht und an seinem vermeintlichen Gottvertrauen.

Doch wer ein Werkzeug in Gottes Hand werden will, der muss mit seiner eigenen Kraft und Macht erst an seine Grenzen kommen.

Mose durfte nicht als königliche Hoheit auftreten, sondern musste erst ein midianitischer Schafhirte werden, ehe Gott ihn gebrauchen konnte. Nicht ein Titel ist entscheidend, sondern die innere Reife.

Drei Dinge hatte Mose in unserer Geschichte noch nicht gelernt: Auf den göttlichen Zeitpunkt zu warten, Gottes Kraft in sich wirken zu lassen und selbstlos zu werden.

weiterlesen https://www.obrist-impulse.net/mose-und-seine-bestimmung

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