Archive for the 'Uncategorized' Category

Gott hat Zeit

12. August 2018

Haben wir manchmal auch unsere fixen Vorstellungen, wie Gott handeln müsste? Die Kunst des Glaubens ist Gott zu vertrauen, dass sein Weg zu unserem Segen ist.

Das mussten die Jünger nach dem Tod und Auferstehung von Jesus erfahren. Zuerst erschien Jesus ihnen 40 Tage lang überraschend mal da, mal dort. Auf die brennende Frage wann, das Reich für Israel wieder hergestellt wird, zeigt Jesus auf, dass der himmlische Vater in anderen Dimensionen denkt.

Zuerst ist eine Zeit des Den Rest des Beitrags lesen »

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Das Ur-Evangelium und die Messias-Verheißung

7. Juli 2018

Gott, der HERR, sprach zur Schlange: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1.Mose 3,15).

Irenäus von Lyon (135–202) bezieht diese Aussage auf Jesus und Maria: „Er wurde von Maria geboren“ (Irenäus: Adversus Hereses, Buch III Kap. 23, 7. 21 bzw. V Kap. 21, 1.22).

Genauso könnte man auch die Nachkommen der Frau als geistige Nachkommen sehen. Doch das ergibt eigentlich keinen Sinn, da sich die Frau gerade vom Teufel hat vereinnahmen lassen und so ein Kind der Sünde geworden ist. Geistlich gesehen steht sie also auf der gleichen Seite wie die Schlange. Der logische Sinn ist daher, dass ein Nachkomme der Frau alle Nachkommen der Rebellion überwinden wird, indem der Kopf der Bewegung vernichtet wird. Gerade ein Mensch, den der Teufel soeben zu Fall gebracht hat, soll ihn zu Fall bringen.

Im Hebräischen steht das „zermalmen“ in diesem Vers in der männlichen dritten Person Singular. Somit muss man übersetzen: „Ich will Feindschaft setzen zwischen deinen Nachkommen und ihrem Nachkommen, er wird dir den Kopf zermalmen.“ Damit eröffnet sich die Perspektive eines Messias, der die Macht des Bösen brechen wird.

Mit dem Angebot der göttlichen Gnade in Jesus wurde der Weg frei, sich das Heil nicht selbst zu schaffen, sondern es dankbar anzunehmen. Vergebung muss nicht erwirkt werden, sondern darf empfangen werden. Damit verliert das Böse seine Macht.

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Weshalb spricht Jesus in Gleichnissen?

4. Juli 2018

Der Zweck der Gleichnisse Jesu ist, dass der Suchende findet. Menschen können sich eine Geschichte oder ein Bild besser merken. Deshalb erzählen wir uns auch Märchen und Fabeln. Sie haben den Zweck, eine Grundwahrheit zu vermitteln.

Jesus sagt: „Eure Augen sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören“ (Matthäus 13,16). Doch er sagt auch: „Das Herz dieses Volkes ist hart geworden“ (Vers 15). Wer sich nicht auf die eigentliche Botschaft einlassen will, dem bleibt sie verschlossen. Unsere Grundhaltung öffnet oder verschließt unsere Augen und Ohren. Wer sehen will, sieht – wer nicht sehen will, bleibt blind.

Es gibt auch noch einen zweiten Aspekt: Solange etwas verborgen ist, kann der Mensch Den Rest des Beitrags lesen »

Was man am besten aus seinem Geld macht

21. Juni 2018

Das Gleichnis vom verschwenderischen Verwalter (Lukas 16,1-13) verwirrt, wenn man beim Geld stehen bleibt. Es ergibt erst einen Sinn, wenn man darüber nachdenkt, wozu der Verwalter seine Möglichkeiten nutzt.

Zuerst verschwendet er den Besitz seines Herrn ohne Sinn und Zweck. Doch als er realisiert, dass das Ende seiner Möglichkeiten kommt, wird er auf einmal barmherzig und investiert in Menschen.

Der schockierende Teil der Geschichte ist, dass „der Herr den ungerechten Verwalter lobte, weil er klug gehandelt hatte“.

Wenn wir den Sinn der Geschichte auf unser Leben übertragen wollen, dann wird uns klar, dass wir unsere Möglichkeiten verschwenderisch einsetzen sollen. Es geht nicht darum, hier auf dieser Erde etwas aufzubauen, sondern darum, in Menschen zu investieren: „Macht euch Freunde“ (Vers 9).

Viele Menschen sagen vor dem Sterben, sie hätten besser in Freundschaften anstatt in Geld investiert.

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Freut euch mit mir

18. Juni 2018

Es ist spannend, wie Menschen mit ganz unterschiedlichem, ja gegensätzlichem Hintergrund zu Jesus kommen. Doch anstatt sich darüber zu freuen, ärgern sich die Schriftgelehrten über die Randständigen. Jesus fordert sie auf, sich mit ihm zu freuen und erzählt ihnen die Geschichte von einem Hirten, der seine 99 Schafe zurücklässt, um das eine verlorene Schaf zu suchen (Lukas 15,1-7). Jesus sieht den Schwerpunkt des Reiches Gottes darin, Menschen zurück zu Gott zu bringen. Den Rest des Beitrags lesen »

Gottes Geduld

12. Mai 2018

Jesus erzählt in Lukas 13,6-9 eine Geschichte über einen Feigenbaum, der keine Früchte trägt. Drei Jahre kam der Besitzer vorbei, um zu sehen, ob der Baum Früchte hervorbringt. Doch vergebens. Er rief den Gärtner und wies ihn an, den Baum umzuhauen. Warum sollte er weiter den Boden aussaugen? Doch der Gärtner bat ihn: „Lass ihn noch ein Jahr stehen. Ich will den Boden umgraben und düngen. Wenn er dann Früchte trägt ist es gut, sonst kann er umgehauen werden.“

Der Feigenbaum ist ein Bild für das jüdische Volk oder für einen einzelnen Menschen. Der Feigenbaum hatte die besten Voraussetzungen, doch das Resultat war eine Enttäuschung. Der Baum brachte nicht das hervor, wozu er geschaffen wurde.

Spannend ist: Früchte reifen heran. Sie sind nicht einfach schubs da. Doch erste Ansätze müssen sichtbar werden. In Gottes Reich sind wir ständig Lernende (die eigentliche Bedeutung von Jünger). Wir sind ständig in einem Prozess der Veränderung. Der Wille zur Veränderung gehört zu einem Leben mit Gott.

Die drei Jahre nehmen einen Gedanken auf, den auch Elihu in Hiob 33,29-30 erwähnt:   „Siehe, das alles tut Gott zweimal, dreimal mit dem Mann, um seine Seele von der Grube zurückzuholen, damit er vom Licht des Lebens erleuchtet werde.“ Hiobs Antwort kommt dann in Kapitel 42,5: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen.“

Die drei Jahre sind auch eine Anspielung auf das öffentliche Wirken von Jesus. „Noch ein Jahr“ weist dann auf die Zeit des Heiligen Geistes nach Pfingsten hin. Es gab eine zweite Chance.

Auch wir erhalten immer wieder eine zweite Chance und eine Sonderbehandlung von Gott selbst. Doch es kann auch zu einem Ende der Bemühungen Gottes kommen und auch wir sollen unsere Kräfte nicht in Personen investieren, die sich nicht verändern wollen.

Paulus nennt die Früchte des Geistes in Galater 5,22-23: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“

Interessant ist, wie viel der Weingärtner einsetzt, um Früchte am Baum hervorzubringen: Umgraben, düngen und Zeit geben. Das Umgraben bewirkt, dass das Wasser von den Wurzeln aufgenommen werden kann. Das Düngen ist die Nahrung. Ein junger Feigenbaum schießt seine ganze Kraft ins Holz. Doch er muss tiefe Wurzeln schlagen und je älter er wird, liegt die Konzentration auf den Früchten.

Jesus hat mit uns Geduld, doch er braucht unsere Kooperation und wir seine Pflege. Er möchte dass der Heilige Geist (Wasser) in uns die Worte der Bibel (Dünger) aufschlüsseln kann.

Wenn alles absolut nichts nützt, wenn ein Mensch sich stur jeder Änderung seines Lebens widersetzt und trotz allen Bemühungen des Heiligen Geistes in keiner Weise Frucht (Veränderung) hervorbringen will, dann wird es kritisch.

Jesus hat das Ende des Gleichnisses wohl bewusst offen gelassen, ob das Umgraben und Düngen des Gärtners den erhofften Erfolg gebracht hat. Wir sollen mit unserem Leben die Geschichte zu Ende schreiben.

Die Umkehr zu Gott, ist das grundlegende Thema in Lukas 13. Wer fasziniert ist von Gottes Einsatz und Geduld, der begibt sich gerne in die Pflege des Gärtners und entdeckt, dass ein Leben mit Gott ein Wachstumsprozess ist und keine Schnelllösung.

https://www.obrist-impulse.net/gottes-geduld/

Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben

22. April 2018

Paulus verkündet die Gemeinschaft mit Gott allein aus Glauben. Damit stößt er bei den Traditionalisten auf Widerstand. Durch die pointierte Darstellung des Evangeliums fühlen sie sich angegriffen. Wie bei einer guten Flasche Wein braucht es im Glauben beides: eine Form und einen Inhalt. Paulus betonte den Inhalt, da eine Flasche ohne Inhalt wertlos ist. Er erlebte, dass aller Eifer in seinem Leben nicht das brachte, was die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus auf der Straße nach Damaskus in ihm bewirkte (Philipper 3,8). Im Glauben geht es nicht um Formen und Normen, sondern um eine vertrauensvolle Beziehung zu Jesus, die sich natürlich auch in Formen und Traditionen ausdrückt – doch immer mit Jesus im Zentrum.

Schon bei Kornelius stellte damals Petrus zusammen mit den Leitern der Gemeinde fest, dass eine Hinwendung zum biblischen Gott neues Leben gibt (Apostelgeschichte 11,18), auch wenn dies nicht in der gewohnten jüdischen Form geschah. Gott sieht auf das Herz und nicht auf äußere Formen (vgl. David, 1.Samuel 16,7).

Beim Apostelkonzil in Jerusalem stellten die Verantwortlichen fest, dass Gott die Herzen durch den Glauben reinigt (Apostelgeschichte 15,9) und nicht durch irgendwelche formellen Handlungen.

Bis heute gibt es Diskussionen darüber, ob nun die Handlung oder der dargestellte Inhalt wirksam ist. Dabei ist die Frage eigentlich sinnlos, weil Glaube sich in einer Handlung ausdrückt (Jakobus 2,17) und eine Handlung ohne Glauben nichts bewirkt.

Als Paulus in Jerusalem ankam (Apostelgeschichte 21,17-40), wollten die Gemeindeverantwortlichen aufzeigen, dass Paulus nicht gegen die Tradition ist. Sie wussten, dass gerade dies kritisiert wurde (21,21). Doch die Kritiker ließen sich nicht überzeugen und brachten einen neuen unbegründeten Vorwurf ins Spiel (21,28-29). Spannend ist, wie Gott nun Paulus aus dieser Situation rettet. Er benutzt dazu die verfeindete römische Macht. Gott hilft uns manchmal von unerwarteter Seite. Als Paulus zuvor der Gemeinde in Jerusalem von seinen Reisen berichtete, war es ihm wichtig zu erzählen, was Gott getan hatte. Nicht er stand dabei im Fokus, sondern Gott (21,19).

Im Glauben liegt der Fokus stets auf Gott und auf seinem Handeln und nicht auf uns. Denn wer fasziniert auf Gott schaut, erhält einen neuen Blick für das aktuelle Geschehen. Manches, wie beispielsweise eine Tradition, verliert an Wichtigkeit. Man besinnt sich auf das Wesentliche – und das ist beim christlichen Glauben der auferstandene Jesus.

Dies sind Gedanken aus unserem Austausch zu Apostelgeschichte 21,17-40.

Das Festgewand macht den Unterschied

14. April 2018

Jesus erzählt eine Geschichte von einem Hochzeitsfest, zu dem alle eingeladen sind. Doch nur wenige kommen, und ein Mann zieht nicht das Festgewand an, das alle anderen tragen. Er muss den Festsaal verlassen (Matthäus 22,1-14).

Drei Dinge sind in dieser Geschichte wichtig: 1. Alle sind eingeladen, doch viele haben andere Prioritäten. 2. Man muss sich aufmachen und der Einladung folgen. 3. Nur wer die neue Identität, das neue Kleid, annimmt, ist Teil des himmlischen Festes. Im letzten Buch der Bibel steht: „Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben“ (Offenbarung 6,11). Paulus sagt in Galater 3,27: „Ihr habt Christus angezogen.“ Und Jesaja spricht von den Kleidern des Heils und dem Mantel der Gerechtigkeit (Jesaja 61,10). Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sagte es so: „Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit werd ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.“

Auf die Gleichgültigkeit seines Volkes geht Gott nicht ein. Aber den Mord an seinen Knechten lässt er nicht ungesühnt. Als Saulus die Nachfolger von Jesus verfolgte, nahm Jesus das sehr persönlich. Er fragte ihn: „Warum verfolgst du mich?“ (Apostelgeschichte 9,4). Gott nimmt es persönlich, wenn seine Leute verfolgt werden. Jerusalem wurde zerstört und das Volk musste ins Exil, weil es Gottes Propheten umgebracht und sich von Gott abgewandt hatte.

Würdig für das göttliche Fest sind alle Menschen, die sich auf die Einladung einlassen und sich zum Fest aufmachen. Ihre Herkunft spielt da keine Rolle.

Die neue Identität (Kleid) ist ein Geschenk des Königs zu Ehren seines Sohnes. Der Mann ohne Hochzeitskleid ist einer, der zwar für das Reich Gottes ist, aber nicht die Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus für sich persönlich in Anspruch nehmen will (2.Korinther 5,21). Er will nicht von Gott abhängig sein. Doch ohne Jesus sind wir vor Gott sprachlos (Römer 3,19).

Wer jetzt die Realität nicht sehen will, der bleibt in der Finsternis. Vor Gott kann keiner in seinem eigenen Namen auftreten. Vor ihm kann nur bestehen, wer in Jesus eine neue Identität als Kind Gottes gefunden hat.

Das ist ein Impuls aus unseren Entdeckungen in einer ergebnisoffenen Bibelstudiengruppe.

Leiden als Schlüsselerfahrung

8. April 2018

Paulus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Überall wird er durch den Heiligen Geist gewarnt, das es ins Leiden geht. Paulus ist sich aber sicher, dass dies der Wille Gottes ist (Apostelgeschichte 21,1-17). Diese Geschichte irritiert. Warum warnt der Heilige Geist und zugleich gibt er Paulus die Gewissheit, dass dies Gottes Weg ist?

Manches in unserem Leben irritiert auch uns. Doch wenn wir das Leben von Jesus ansehen,  beobachten wir ähnliche Muster. Jesus wird vom Heiligen Geist bei der Taufe erfüllt und dieser führt in die Wüste und setzt ihn dem Versucher aus. Jesus erhält vom Versucher drei Angebote: 1. Hilf dir selbst (Mache aus den Steinen Brot) 2. Zwinge Gott zum Handeln (Spring vom Dach des Tempel, dann werden dich die Engel auffangen) 3. Warum  Leiden, wenn ich dir alles ohne Leidensweg anbieten kann? (Der Teufel offeriert ihm die Welt, wenn er ihn als rechtmäßigen Besitzer der Welt ehrt und anerkennt). Ein weiteres Mal ringt Jesus im Garten Gethsemane um den Kelch des Leides, bis er einwilligt in das: Dein Wille geschehe (Lukas 22,42).

Das Böse wird überwunden, indem es bei uns ins Leere läuft. Wenn wir Leid ertragen und aushalten und dennoch Gott vertrauen, verliert das Leiden die Macht über uns. In Offenbarung 12,11 steht, dass die Glaubenden ihr Leben nicht geliebt haben bis zum Tod. Jesus sagte seinen Jüngern nach der Auferstehung: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch (Johannes 20,21).

Es gibt Dinge, die können wir nicht in einer friedvollen und behütenden Umgebung lernen. Weder vollmächtige Predigten noch ein erfolgreiches Leben, lernen uns, worauf es ankommt, wenn wir an unsere Grenzen stoßen. Wenn wir entdecken wollen, wie Gott für uns sorgt und uns durchträgt, müssen wir uns den Widerlichkeiten. Der Heilige Geist sendet uns in Situationen, die wir uns nie freiwillig aussuchen würden, weil wir nur darin, wo alles auf dem Spiel steht, begreifen können, dass auch wir Gottes geliebte Kinder sind, an denen er seine Freude hat. Gott lernt man in der Not und nicht auf der Schulbank wirklich kennen.

Damit erfüllt sich was Jesus zum Hananias gesagt hatte: „Ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muss“ (Apostelgeschichte 9,16).

Dies sind Gedanken aus unserem Austausch zu Apostelgeschichte 21,1-17.

Das ist ein Impuls aus unseren Entdeckungen in einer ergebnisoffenen Bibelstudiengruppe. Wir sind auch offen für neue Teilnehmer im Linthgebiet (siehe Inspirierendes Bibelstudium). Gern gestalte ich auch Bibeltage an anderen Orten.

 

https://www.obrist-impulse.net/leiden-als-schluesselerfahrung

Verschlafene Möglichkeit

2. April 2018

Das Entscheidende bei der Geschichte mit den zehn Frauen und ihren Öllampen ist die Frage, ob der Gastgeber sie kennt und ob sie sich auf seine Ankunft vorbereitet haben.

Der Gedanke, dass einer genommen wird und der andere nicht, wenn der Sohn Gottes offenbart wird, kommt auch in Lukas 17,35 vor. Die herausforderndste Aussage dazu finden wir am Ende der Bergpredigt, wo Menschen ebenfalls mit dem gleichen Argument „Ich kenne euch nicht“ abgewiesen werden – Menschen, die sogar Mitarbeiter waren (Matthäus 7,22-23). Die Frage ist also nicht, ob wir Jesus kennen, sondern ob er uns kennt.

Den Glauben erwirbt man nicht und hat ihn dann im Sack. Man muss ihn am Leben erhalten und in der Beziehung zu Jesus bleiben. Die zehn Frauen haben sich alle an die richtige Form gehalten (Lampe), doch nur die Hälfte war ausreichend vorbereitet (Öl). Kein Öl zu haben bedeutet, dass Mangel herrscht. Das innere Feuer ist ausgegangen. Viele Könige von Israel haben ihre Herrschaft gut begonnen, doch sie endeten im Mangel. Daniel sagt zu Belsazar (Daniel 5,27): „Gott hat dich gewogen und für zu leicht befunden. Du kannst nicht vor ihm bestehen.“

Glaube lebt, indem wir Brennstoff nachschieben. Glaube ist wie eine Pflanze, die immer wieder Wasser braucht. Die Botschaft dieses Gleichnisses ist: Seid wachsam. Bleibt dran. Der Begriff Jünger bedeutet: „Bleib lebenslang Lernender“.

Spannend ist auch, dass jeder nur für sich selbst sorgen kann. Die fünf Frauen, die ausreichend Öl dabei haben, können denen nicht helfen, denen das Öl ausgegangen ist. Es reicht nicht, wenn jemand für mich betet. Ich kann nicht vom Glauben anderer leben. Es muss mein eigener Glaube und meine eigene Beziehung zu Jesus sein.

Die Lampen erlöschen, weil der Bräutigam spät kommt. Der lange Atem fehlte, um bis zum Schluss dranzubleiben. Doch eines ist sicher: Er kommt, auch wenn es lange dauert. Petrus schreibt, dass es Gottes Güte ist, die ihn verzögern lässt (2.Petrus 3,9).

Die, die bereit waren, gehen hinein. Für die Unvorbereiteten wird die Tür verschlossen. Gottes Fest ist eine geschlossene Gesellschaft. An seinem Tisch sitzen nur Menschen, die sich dafür geöffnet und darauf vorbereitet haben. Für den, der jetzt noch nicht dabei sein will, gibt es ein „zu spät“. Die leichtfertigen jungen Frauen wussten, dass es den Herrn gibt, doch er kennt sie nicht, weil sie ihn nicht suchten und nicht ihr Herz bei ihm ausschütteten (Psalm 62,9).

Unser Leben heute und hier ist eine Vorbereitungszeit für die Ewigkeit. Jesus als Licht der Welt (Johannes 8,12) will unser Leben entzünden (Matthäus 5,14). Er will unseren Weg erleuchten und uns als Gemeinschaft zum Fest führen. Darum sollen wir unser Leben nicht verschlafen und uns auf seine Ankunft richtig vorbereiten.

Dies sind Gedanken aus unserem Austausch zu Matthäus 25,1-13.

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