Die andere Perspektive

4. März 2021

Gott sieht unser Leben aus einer anderen Perspektive.

  1. Mose 15,8 Da sagte Abram: Herr und GOTT, woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?

Abraham wollte ein Zeichen. Deshalb forderte Gott ihn auf, etwas zu tun. Abraham bekam einen Auftrag, damit der Bund für ihn real wurde und nicht nur ein Traum blieb. Er sollte ein Rind, eine Ziege, einen Widder und Tauben töten, aufschneiden und auslegen. Es war die Art, wie man damals einen Bund besiegelte.

In 1. Mose 15,13-16 geht Gott noch einen Schritt weiter. Nicht nur ein Volk und Land wird Abraham verheißen. Ihm wird auch gezeigt, was seine Nachkommen durchmachen müssen. Sie werden vierhundert Jahre lang Sklaven sein, aber Gott wird ihre Unterdrücker richten und sie werden in dieses Land zurückkehren. In diesem Traum ist also die ganze Geschichte vom jüdischen Volk vorgezeichnet.

Es ist gut zu wissen, dass Gott immer wieder auf uns eingeht und uns auf unserem Weg Zeichen gibt, die uns ermutigen.

Und wieder gibt es ein Paradox in der Geschichte. Der Bund mit Gott ist nur einseitig. Er ist eine Zusage an Abraham. Es gibt keine Verpflichtung von Abrahams Seite. Er wurde bereits aufgrund seines Glaubens, seines Vertrauens in Gott, als würdig erachtet, mit Gott Geschichte zu schreiben. Normalerweise hätte es bei einem solchen Bund Bedingungen gegeben. Doch Gott nimmt die Menschen, die ihm vertrauen, bedingungslos an.

So erging es auch dem Verbrecher am Kreuz. Weil er seine Schuld einsah und verstand, dass Jesus der Gerechte ist, versprach Jesus ihm das Paradies, ohne dass er irgendetwas für sein Heil tun konnte.

Gott ist es, der uns gerecht macht. Unser Beitrag ist, dass wir daran glauben, dass er es macht, und uns mit ihm auf den Weg machen. Alles, was im Leben von Abraham wesentlich ist, hat Gott gemacht.


Abraham und sein Frust

2. März 2021

Gott hat Abraham die wundervolle Verheißung gegeben hatte, dass er auch in seinem hohen Alter von über 75 Jahren noch Kinder bekommen und Land besitzen werde. Doch beides ist nicht in Erfüllung gegangen. Es sah aus, als würde sein Meisterknecht alles erben und sich Gottes Zusagen damit ins Nichts auflösen. In 1. Mose 15,1-3 zählt Abraham seinen ganzen Frust auf.

Was an dieser Stelle ermutigend ist: Wir dürfen und sollen Gott unseren Frust sagen. Ihm unsere Probleme hinlegen und gespannt darauf warten, wie er alles lösen wird. Doch dass unsere Lösungen nicht Gottes Lösungen sind, wird in der Geschichte von Abraham offenbar.


Mit Gott im Bund

28. Februar 2021

Abraham – mit Gott im Bund

Abraham wird als Vater der monotheistischen Religionen verstanden. Gott hat mit Abraham einen Bund gemacht. Dieser Bund hat es in sich. Daraus können wir sehen, wie auch Gott auch heute mit uns umgeht. Ein spannender Einblick, wie Gott die Dinge sieht.

Sendung Spiritualität mit Hanspeter Obrist, Montag, 1. März, 14.00 bis 14.50 Uhr, Radio Maria Schweiz

www.obrist-impulse.net/abraham-mit-gott-im-bund


Was ist das Geheimnis beim Segnen?

26. Februar 2021

Der von Gott gebotene Segen steht im 4. Mose 6,22-27: „Der HERR sprach zu Mose: 23 Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen: 24 Der HERR segne dich und behüte dich. 25 Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. 26 Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden. 27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.“

Wenn alle Menschen Segen erfahren sollen, dann sehen wir hier den Schlüssel dazu.

Gott als Geber aller Gaben schenkt das Gelingen und vermehrt, was wir haben. Wir leben in der Abhängigkeit von Gott. Wenn Gott segnet, sind schnell Leute da, die uns nehmen wollen, was wir haben. So hatte Abraham viele Tiere und seine Herden wuchsen. Doch sie mussten auch vor wilden Tieren und Dieben beschützt und bewacht werden. Da kommt der zweite Teil des ersten Segenspruches zum Zug: „und behüte dich“. Gott ist die Schutzmauer. Abraham lebte auf dem offenen Feld. Er brauchte täglich Gottes Schutz.

Segen heißt aber nicht zwingend, dass wir ehrenvoll in die Gesellschaft aufgenommen werden. Abraham konnte sich selbst und seine Tiere nicht in der Stadt schützen lassen. Lot wurde in Sodom aufgenommen, doch er hat alles verloren.

Was ist also Segen? Segen ist, dass ich dort bin, wo Gott mich hingestellt hat und dass er mich beschützt.

Segen ist nicht Wohlstand, sondern die Gegenwart Gottes. Es heißt: „Der HERR (JHWH) segne und behüte dich.“

Dann wird ein zweites Mal der Name Gottes (JHWH) ausgesprochen. Jetzt soll Gott sein Angesicht leuchten lassen. Man bittet also darum, dass sich Gott offenbart und zeigt. Wer ins Angesicht Gottes schaut, der merkt, wie heilig Gott ist und wie weit wir uns von ihm entfernt haben. Deshalb braucht es seine Gnade. „Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.“ In Jesus geschieht genau das. In Jesus begegnet uns Gott und ist uns gnädig.

So haben wir einen ersten Teil, der den Vater-Gott anspricht. Im zweiten Teil wenden wir uns an den Erlöser-Gott und im dritten Teil an den gegenwärtigen Gott. Es ist der Gott, der sich uns zuwendet: „Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“ Das ist das Werk des Heiligen Geistes. Gott kommt zu uns und schenkt uns seinen Frieden. So schreibt Paulus in Römer 8,16: „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“ In Vers 14 und 15 steht, dass damit der Geist Gottes gemeint ist, durch den wir wie ein Kind Gott ansprechen mit „Abba, Vater“.


Was bedeutet es, ein Segen zu sein?

19. Februar 2021

Unter Segen verstehen die meisten, dass sich etwas vermehrt. Wenn ich gesegnet bin, dann gelingen mir Dinge. Segen ist ein Zusammenspiel zwischen meinem Handeln und Gottes Gabe.

Einerseits ist Gottes Segen nicht der Lohn für eine gute Arbeit, sondern kommt auch ohne Gegenleistung aus „was recht ist, gibt der HERR denen, die er liebt, im Schlaf“ (Psalm 127,2), andererseits kann ich mich aber auch nicht einfach nur zurücklehnen und mich nur beschenken lassen.

Segen hat auch immer etwas Geheimnisvolles an sich.

Die erste Hürde kann sein, dass ich nicht das gleiche Verständnis von Segen habe wie Gott.

Wann etwas ein Segen ist, können wir aus unserer Perspektive oft nicht richtig beurteilen. Aus der Perspektive Gottes ist vielleicht manches ein Segen, das wir gar nicht als solchen wahrgenommen haben.


Der Segen Gottes soll alle Menschen erreichen

17. Februar 2021

Um das konkret werden zu lassen, beruft Gott ein Volk, mit dessen Geschichte er seine Liebe und sein Erbarmen zeigen will.

So steht in Josua 4,24 nachdem sie ein Denkmal für den Auszug aus Ägypten errichtet haben: „Auf dass alle Völker auf Erden die Hand des HERRN erkennen, wie mächtig sie ist, und ihr den HERRN, euren Gott, fürchtet allezeit.“

Auch in Hesekiel 38,16 steht: „Am Ende der Zeit wird das geschehen. Ich will dich aber dazu über mein Land kommen lassen, dass die Völker mich erkennen, wenn ich an dir, Gog, vor ihren Augen zeige, dass ich heilig bin.“

Gott erwählt ein Volk, um sich durch sie und an ihnen zu offenbaren.


Psalm 23,5

16. Februar 2021

Psalm 23,5: Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.

Gebet: Himmlischer Vater, du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du versorgst mich, wenn andere mir das Wasser abgraben wollen. Jesus lädt uns ein zu Tischgemeinschaft. So heißt es in Offenbarung 3,20: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir“ (Offenbarung 3,20).

In Matthäus 26,26-28 steht: „Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. 27 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus; 28 das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde; ein tiefes Geheimnis der Gemeinschaft mit Jesus.


Kulturelle Grenzen überschreiten

14. Februar 2021

Kornelius betet nicht zu den vielen Schutz-Göttern der Römer, sondern zum Schöpfer-Gott der Juden. Wahrscheinlich war er sich nicht sicher, ob Gott ihm gnädig ist – ihm, dem Nichtjuden, der sich nicht beschneiden ließ und nicht zum Judentum konvertierte, was ihn auch seinen Job gekostet hätte. In einer Gebetszeit, am Nachmittag um drei Uhr, erfährt er eine große Ermutigung, als er von einem Engel erfährt, dass seine Gebete erhört worden sind. Wer Gott von ganzem Herzen sucht, von dem lässt er sich finden.

Kornelius hat ein Problem, er war der Einzige seiner Art. So kommt es, dass Gott ihn mit anderen Gläubigen in Kontakt bringen möchte. Aber das war nicht so einfach. Denn den anderen war durch rabbinische Gesetze der Kontakt mit Nichtjuden verboten. Gott fordert Petrus auf, Grenzen zu überschreiten, und sein Denken zu verändern.

Gott fordert uns manchmal auf, über unsere natürlichen und kulturellen Grenzen in seinem Auftrag einen Schritt zu machen, damit er helfen kann.

Montag, 15. Februar, 14 Uhr, Radio Maria Schweiz

Sendung Spiritualität, Messianisches Judentum mit Hanspeter Obrist

https://www.obrist-impulse.net/kulturelle-grenzen-ueberschreiten


Psalm 23,4

7. Februar 2021

 „Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.“

Gebet: Himmlischer Vater, es ist spannend zu beobachten, dass David im finsteren Tal auf einmal mit dir per du wird.

Es ist ein Geheimnis, dass wir dir, wenn wir uns auf dich einlassen, im Leid näherkommen. Auf einmal erleben wir, wie du uns durchträgst. Wie wir von dir gehalten werden.

Mit dem Stock hältst du die Feinde fern. Du kämpfst für uns. Das tröstet uns. Hilf uns, dass wir sehen, wie du für uns kämpfst.

Wie du im finsteren Tal führst, auch wenn wir den Ausgang noch nicht erkennen können. Hilf, dass wir ganz nah bei dir bleiben, denn du kennst den Weg heraus aus der Situation, wenn alles dunkel erscheint.


Ein Segen für alle

5. Februar 2021

Die zentrale Berufung von Abraham ist: „Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.“ 1. Mose 12,3

Diese Bestimmung wird in 1.Mose 18,18 wiederholt: „Abraham soll doch zu einem großen, mächtigen Volk werden, durch ihn sollen alle Völker der Erde Segen erlangen.“

Bei Jakob wird diese Verheißung in 1.Mose 28,14 erneuert: „Durch dich (Jakob) und deine Nachkommen werden alle Sippen der Erde Segen erlangen.“

Das ganz Zentrale ist: Ein Segen für alle.

Wenn wir uns das Leben von Abraham anschauen, ist es spannend zu sehen, dass er während seines Lebens nicht zum Segen für alle Völker wurde. Er lebte als Nomade vor den Toren der damaligen Gesellschaft.

Wenn wir die ganze Nachkommenschaft von Abraham betrachten, dann kommt dieser Anspruch, Segen für alle zu sein, erst wieder bei Jesus vor.

Im hohepriesterlichen Gebet in Johannes 17 betet Jesus: „Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.“ (Johannes 17,1-3).

In Jesaja 49,6 stand schon über den Messias: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

 


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