Beten mit Jesaja 1

15. April 2020

Jesaja 1  ist ein sehr herausfordernder Text. Er spricht darüber, wie Menschen mit Gott umgehen, was Gott wichtig ist und wie Gott gerne vergibt.

Vielleicht möchte Gott uns dadurch, dass alle feierlichen Gottesdienste ausgefallen sind, sagen, dass es nicht um feierliche Anlässe geht, sondern um ihn selbst.

Hören wir hinein in Jesaja 1

Jesaja 1,2 Hört, ihr Himmel, horch auf, Erde! Denn der HERR hat gesprochen: Ich habe Söhne großgezogen und emporgebracht, doch sie sind mir abtrünnig geworden. 3 Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. 4 Wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volk, der Brut von Übeltätern, den Söhnen, die Verderben bringen! Sie haben den HERRN verlassen, den Heiligen Israels verschmäht und ihm den Rücken zugekehrt.

 

Himmlischer Vater, diese Worte bewegen mich: Ich habe euch großgezogen, doch sie sind mir abtrünnig geworden. Dem HERRN haben sie den Rücken zugekehrt. Ja es ist wahr, du hast uns reich beschenkt, und wie oft wenden wir uns anderen Dingen zu. Uns als Gesellschaft geht es so gut. Wir haben alles. Wir haben auch Bibeln, so viele wir wollen, doch Gott spielt in unserer Gesellschaft kaum noch eine Rolle. Viele wissen nicht einmal mehr, was wir an den Feiertagen eigentlich feiern. Viele haben dir den Rücken zugekehrt. Sie sagen ganz offen und frei, dass der Glaube in ihrem Leben keine oder eine ganz untergeordnete Rolle spielt. Über dich spricht man nur, wenn man einen Schuldigen dafür sucht, weshalb die eigenen Wünsche und Vorstellungen nicht Wirklichkeit werden. Es trifft uns, wie wir dich als Geber und Erhalter unseres Lebens ignoriert und verdrängt haben. Vergib uns und hilf uns, dich wieder wahrzunehmen. Hilf uns, zu realisieren, dass wir von dir abhängig sind. Dass wir dich brauchen und dass wir, wenn wir uns von dir abwenden, das verlieren, was wir zum Leben brauchen. Der Coronavirus verhindert, dass Sauerstoff ins Blut kommt. Ebenso verhindert Gottlosigkeit, dass dein Geist uns prägen und leiten kann. In beiden Fällen wird das Leben verhindert. Wir kommen deshalb zu dir und bitten dich: Erbarm dich über uns und unsere Gesellschaft.

 

Jesaja 1,12 Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer hat von euch verlangt, dass ihr meine Vorhöfe zertrampelt? 13 Bringt mir nicht länger nutzlose Gaben, Räucheropfer, die mir ein Gräuel sind! Neumond und Sabbat, das Ausrufen von Festversammlungen, ich ertrage nicht Frevel und Feier. 14 Eure Neumonde und Feste sind mir in der Seele verhasst, sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. 15 Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut. 16 Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun! 17 Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!

 

Himmlischer Vater, du zeigst uns auf, dass wir nicht nur einfach ein Wunder von dir erwarten können, sondern auch uns selbst in die Pflicht nehmen müssen. Dir sind festliche Feiern eine Last und du bist es müde, sie zu ertragen, wenn es nur äußerliche Feiern sind, aber wir uns nicht so verhalten wollen, wie du es in der Bibel gesagt hast. Nicht Zeremonien beeindrucken dich, sondern Menschen, die sich bewusst auf dich einlassen wollen. Die dich suchen und nicht ein Ritual. Dir geht es nicht um perfekte Gebete, sondern um ein Herz, das die innersten Gedanken mit dir teilt. Du sehnst dich danach, dass wir nicht nur dich anrufen, sondern auch auf dich hören. Dass wir uns von deinem Geist leiten lassen, wie wir einem anderen Menschen helfen, ihn ermutigen oder stützen können. Hilf uns, in dieser ungewöhnlichen Zeit auf dich zu hören. Wir sind alle in unsere vier Wände zurückgeworfen. Es ist wie eine Klausur. Eine Zeit der Einkehr, der Stille und des Gebets. Wir bitten dich: Begegne uns. Lass uns dich in der Bibel entdecken. Schenke uns einen neuen Blick für deine Wirklichkeit und wie du uns Tag für Tag trägst.

 

Jesaja 1,18 Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der HERR. Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie. 19 Wenn ihr willig seid und hört, werdet ihr das Beste des Landes essen. 20 Wenn ihr euch aber weigert und auflehnt, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.

 

Himmlischer Vater, wir möchten, dass unsere Sünden vergeben werden und wir wieder rein wie Schnee sind. Wir bekennen dir unsere Schuld. Wie schnell kehren wir dir den Rücken zu, wie schnell ignorieren wir deine Anweisungen, wie schnell verfehlen wir das Ziel, zu dem du uns geschaffen und begabt hast. Sünde heißt Zielverfehlung. Doch wir wollen wieder dein Ziel für unser Leben vor Augen haben und uns darauf ausrichten. Wir wollen auf den Heiligen Geist hören, der uns wie ein GPS immer wieder neu auf das Ziel ausrichtet, wenn wir vom göttlichen Weg abgekommen sind. Heiliger Geist, zeige uns die nächsten Schritte. Öffne uns das innere Ohr, damit wir dich verstehen. Danke, Jesus, dass du stellvertretend für uns am Kreuz gestorben bist. Und danke, Vater, dass du Jesus auferweckt hast und uns damit aufgezeigt hast, dass wir in Jesus Anteil am ewigen Leben haben können.

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Die Frau und der Drache auf Offenbarung 12

8. April 2020

Johannes sagt, dass die Bilder in Offenbarung 12  Zeichen sind (Offenbarung 12,1 und 3). Es sind nicht wirkliche Gestalten, sondern Bilder, die etwas aufzeigen sollen.

Wer ist diese Frau, die einen Sohn bekommt und in die Wüste flüchten und dann von der Erde vor dem Untergang gerettet werden muss?

Der Engel Michael, der hier kämpft (Offenbarung 12,7), ist der Engel für das jüdische Volk (Daniel 12,1). Die Frau hat auch nicht nur einen Sohn, sondern viele Nachkommen (Offenbarung 12,17).

Der Sohn, der mit eisernem Zepter regiert, ist ein Bild für den Messias (Psalm 2,9). Die Auffahrt zum Thron Gottes geschah bei der Himmelfahrt von Jesus. Stephanus bezeugt: „Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“ (Apostelgeschichte 7,56).

Die Frau repräsentiert hier also mehr als nur Maria, die Mutter von Jesus. Sie steht für das jüdische Volk, von dem der Erlöser – der Messias – kommt.

Der Drache ist der Teufel, der die Menschen wie bei Hiob vor Gott verklagt (Hiob 1,9-11). Er hat bei seiner Rebellion gegen Gott ein Drittel der Engel mitgerissen (Offenbarung 12,4.9 / vgl. auch Jesaja 14,12-13). Im endzeitlichen Kampf will der Teufel verhindern, dass Gott seine Versprechungen einhalten kann. Doch immer wird es eine Anzahl von Menschen geben, die sich nicht vom Teufel mitreißen lassen und sich nicht gegen Gott auflehnen. Der Drache verliert die Schlacht. Nachdem er den Messias nicht verschlingen konnte, kämpft er nun gegen alle Menschen, die ihr Leben Jesus anvertrauen.

Der Teufel wird besiegt, indem man sich auf das Blut von Jesus (sein stellvertretendes Sterben) beruft, zu Gott steht und durch Todesdrohungen nicht mehr erpressbar ist (Offenbarung 12,11).

 Das jüdische Volk wird für dreieinhalb Jahre in die Wüste geschickt. Das ist ein Bild für den Exodus, in dem das jüdische Volk in der Wüste Gott begegnete. In der Wüste ist man abgeschnitten von internationalen Kontakten. Hilfe kommt nur noch allein von Gott. Als ein vernichtender Schlag ausgeführt wird, hilft Gott durch Naturgewalten (er öffnet die Erde, siehe Offenbarung 12,16), so dass das Volk nicht untergeht. Das erinnert an die Ausführungen in Hesekiel 38,20. Auch Daniel 7 spricht davon, dass das jüdische Volk für dreieinhalb Jahre allein dasteht (Daniel 7,25).

Der Frau von Offenbarung 12 wird in Offenbarung 17 eine andere Frau gegenübergestellt, die alles Widergöttliche verkörpert (Offenbarung 17,18 ).

Das Geheimnis des Tieres mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern wird in Offenbarung 17 enthüllt: „Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge (Machtzentren), auf denen die Frau sitzt. Sie bedeuten auch sieben Könige“ (Offenbarung 17,9). „Die zehn Hörner, die du gesehen hast, bedeuten zehn Könige, die noch nicht zur Herrschaft gekommen sind; sie werden aber königliche Macht für eine einzige Stunde erhalten, zusammen mit dem Tier“ (Offenbarung 17,12).

Der Hinauswurf aus dem Himmel ist noch nicht das Ende des Teufels, sondern eine Veränderung der Strategie – er wird vom heimlichen Ankläger zum offenen Gegner.

Zuerst verlor der Teufel durch Rebellion seine ursprüngliche Stellung (Hesekiel 28,16), dann wird sein Gericht angekündigt (1.Mose 3,15). Durch das Kreuz kommt es zur Wende – nicht Jesus wird vernichtet, sondern der Teufel verliert seine Anrechte (Johannes 12,31). Dann wird er auf die Erde geworfen (Offenbarung 12,13). In Offenbarung 20,2 wird er für 1000 Jahre gebunden und am Ende in alle Ewigkeit verbannt werden (Offenbarung 20,10).

Interessant ist auch die Formulierung, dass der Krieg sich am Schluss gegen die wendet, welche „die Gebote Gottes bewahren und an dem Zeugnis für Jesus festhalten“ (Offenbarung 12,17). Messianische Juden halten die Gebote Gottes und halten am Zeugnis für Jesus fest.

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Gott sucht Anbeter

3. April 2020

Gott sucht Anbeter und befähigt seine Zeugen, standhaft zu bleiben, weil sie um die Auferstehung und Königsherrschaft Jesu wissen.

Johannes bekommt in Offenbarung 11 den Auftrag, zu zählen, wer im Tempel Gottes anbetet. Den Hof außerhalb des Tempels, soll er nicht messen. Könnte das ein Bild für die Menschen sein, die von der Gegenwart Gottes leben und denen, die Mitläufer sind und die nicht die Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Gott in sich tragen? Da sie die Stadt zertreten, werden sie durch die Zeugen aufgefordert, einzutreten. Sie profitieren zwar von der Frömmigkeit, doch sie sind noch nicht zur Anbetung Gottes (Offenbarung 11,1) durchgedrungen.

Durch die zwei Zeugen erfolgt ein letzter klarer Ruf zur Umkehr und zur Anbetung Gottes. Wer diese Zeugen genau sind, hat zu vielen Spekulationen geführt. Sie stehen als von Gott Gesalbte (Sacharja 4,14) in einem prophetischen Dienst und nennen die Dinge beim Namen, so wie Mose und Jesus. Sie treten im Bußgewand auf (Offenbarung 11,3). Das bedeutet, dass sie werbend zur Umkehr zu Gott aufrufen. Sie scheinen jedoch wenig Erfolg zu haben. Als ihr Auftrag erfüllt ist, werden sie umgebracht.

Leid und Tod sind manchmal das Siegel der Echtheit der Verkündigung. Weil die Zeugen um die Auferstehung der Toten wissen, lassen sie sich auch vom Tod nicht abschrecken und stehen unerschrocken für Gott ein.

Wie zuvor die Gerichte erinnern auch die beiden Zeugen an den Auszug aus Ägypten, bei dem Mose und Aaron als Zeugen Gottes vor den Pharao traten um das Volk zum Dienst für Gott freisetzten.

Die Leute, die sich eben noch über den Tod der beiden Zeugen freuten und einander Geschenke zusandten, werden bekennen, dass Gott die Ehre gebührt (Offenbarung 11,13). Im Gegensatz zur Auferstehung Jesu wird die Auferstehung der zwei Zeugen eindeutig und ein offensichtliches Handeln Gottes sein.

Es steht hier aber auch nichts über Busse oder Umkehr. Hier liegt der Unterschied zum Auferstehungsgeschehen am Ostermorgen: Die Auferstehung Jesu lädt zum Glauben ein; die verpasste Chance zur Umkehr findet durch die zwei Zeugen einen Abschluss. Sie führt zur Erkenntnis, wer wirklich die Macht hat. Gott und Christus werden herrschen in alle Ewigkeit (Offenbarung 11,15).

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Beten mit der Bibel

2. April 2020

Gott sagt zum König Salomo in 2.Chronik 7,13-14: „Wenn ich den Himmel verschließe und kein Regen fällt oder wenn ich der Heuschrecke gebiete, das Land kahl zu fressen, wenn ich die Pest in mein Volk sende und mein Volk, über das mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet, mich sucht und von seinen schlechten Wegen umkehrt, dann höre ich es im Himmel. Ich verzeihe seine Sünde und bringe seinem Land Heilung.“

Gebet: Himmlischer Vater, du hast drei Dinge angekündigt, die passieren werden, wenn die Menschen dich ignorieren. Du ziehst deine lebenserhaltende Hand zurück. So fehlt uns die Lebensgrundlage. Das Wasser steht für alles, was es braucht, damit etwas wachsen kann. Dann zerfällt das, was wir uns aufgebaut haben. Die Heuschrecke frisst die Ernte ab. Und indem uns neue Krankheiten erreichen, zeigst du uns, dass bisher jeder Tag ein Geschenk von dir war. Angesichts von Krankheiten merken wir, dass wir nichts wirklich in der Hand haben. Genau das passiert jetzt mit dem Virus, der durch unsere Länder zieht.

Doch du sprichst auch davon, dass du wieder Heilung schenkst, wenn die Menschen sich an dich wenden. Du sprichst von einem Volk. Es geht also nicht darum, das Einzelne beten, sondern dass viele dich suchen.

Demütigen heißt: Wir bekennen, dass wir es selbst nicht schaffen. Davon sind wir noch weit entfernt. Unsere Parolen lauten: „Wir schaffen das.“ Vergib uns unseren Stolz.

Wir bitten dich, dass unser Volk das Gebet wiederentdeckt. Gebet heißt, unser Herz vor dir auszuschütten, wie es David in Psalm 62,9 sagt: „Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“

Suchen heißt, dranzubleiben. Nicht einfach ein schnelles Gebet zu sprechen, wenn Not am Mann ist, sondern sich immer wieder Zeit für dich zu nehmen.

Umkehren bedeutet, sich neu wieder auf Gott auszurichten, so wie es David in Psalm 25,15 sagt: „Meine Augen schauen stets auf den HERRN; denn er befreit meine Füße aus dem Netz.“

Du versprichst Heilung. Entweder Heilung von der Krankheit oder Heilung der Beziehung zu dir, damit wir eine Krankheit mit deiner Kraft und im Frieden mit dir ertragen können. Denn in deine Hände geben wir unser Leben. Danke, dass du jetzt bei jedem Einzelnen bist.

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Das Böse hat Grenzen

26. März 2020

Offenbarung 9 und 10

Das Böse kann nur so weit seine Macht entfalten, wie ihm von Gott erlaubt wird. Gott setzt dem Bösen Grenzen.

Wir werden nie in der Lage sein, die merkwürdigen Wesen zu verstehen und zu begreifen, die in Offenbarung 9 und 10 beschrieben sind. Alle beschriebenen Wesen bauen nicht auf, sondern zerstören. Ihr Anführer wird als Verderber beschrieben (Offenbarung 9,11). Während der ganzen Menschheitsgeschichte hat Satan seinen tiefen Hass auf die Menschheit verborgen. Nun wird er offenbar. Das lähmt für fünf Monate das Leben auf der Erde, so dass ein Drittel der Menschheit stirbt. Gott möchte, dass die Menschheit die Wahrheit über Satan erkennt. Doch dieser Weckruf führt zu keiner Umkehr zu Gott.

Auffallend ist, dass diese Gewalten trotz ihrer unheimlichen Macht merkwürdig unfrei sind. Erst der Schall der Posaune lässt sie aufsteigen. Wie auch die Israeliten in Ägypten von den Gerichten Gottes beschützt waren (2.Mose 8-10), werden nun alle Menschen mit dem Siegel Gottes verschont. Die frohe Botschaft vom Weltende ist die göttliche Antwort auf die Gebete seiner Kinder (Offenbarung 6,9-10).

Mit Macht zerstören sie, was den Menschen bisher Halt gab. Es ist eine Welt ohne Gott, in der die Menschen vor Schmerzen vergehen, aber das Heil nicht mehr erfassen.

Die Menschen wollen nicht zu Gott umkehren (Offenbarung 9,20-21 / ebenso Offenbarung 16,9+11). Sie sind zwar sehr religiös, beten jedoch ihre eigenen Vorstellungen von Gott an statt Gott selbst. Wer sich immer wieder gegen Gott und seine Offenbarung durch die Bibel entscheidet, kann sich eines Tages nicht mehr auf ihn einlassen. So war es auch beim Pharao beim Auszug aus Ägypten.

Die sieben Posaunen erinnern auch an den Weckruf vor Jericho. Sechs Tage lang wurden die Bewohner von Jericho umrundet – eine Möglichkeit zur Umkehr. Am siebten Tag, an dem der Posaunenschall ertönte, war die Gnade Gottes für sie zu Ende (Josua 6).

Jesus beschreibt die Posaunenereignisse in Lukas 21,25-28. Er sagt auch: Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Text: Hanspeter Obrist

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Warum spricht Jesus in Gleichnissen?

22. März 2020

Der Zweck der Gleichnisse Jesu ist, dass der Suchende findet.

Die Gleichnisse Jesu sind wie die Feuer- und Wolkensäule beim Auszug der Kinder Israels aus Ägypten. Den Israeliten erleuchtete sie den Weg, die Ägypter dagegen wurden durch die Wolkensäule verwirrt.

Die Verhüllung Gottes gibt uns die Freiheit, uns auf ihn einzulassen oder ihn abzulehnen.

Diese Verborgenheit ist eigentlich ein Paradox. Sie ist ein Ausdruck der Liebe Gottes, damit wir die Freiheit haben, auf Gottes liebendes Werben einzusteigen oder einen Weg ohne Gott zu gehen.

Wie wir auf das Wort Gottes reagieren, hat etwas mit unserem Herzen, unseren Augen und unseren Ohren zu tun.

Glauben bedeutet, dranzubleiben und sein Vertrauen in Gott tiefer werden zu lassen.

Die, welche hören und verstehen wollen, werden verstehen. Aber die, die nicht verstehen wollen, können auch nicht richtig hören. Darum verlieren sie noch, was sie haben.

Gleichnisse öffnen denen die Augen, die ehrlich an Jesus interessiert sind. Denen, die ablehnend gesinnt sind, werden sie sich als Ärgernis erweisen.

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Die Antwort auf die Gebete der Heiligen

21. März 2020

 (Offenbarung 8)

Das Endgericht wird immer wieder durch einen neuen Siebener-Schritt aufgeschoben. Es gibt je sieben Siegel-, Posaunen- und Zornschalengerichte. Oder sollte man besser Weckrufe sagen? Diese aufeinanderfolgenden Zyklen wollen uns aufzeigen, dass sich das Endgeschehen nicht in einer einzigen geradlinigen Entwicklung vollzieht, in dem wir nachrechnen oder etwas im Voraus bestimmen können. Es sind einzelne Etappen, Ereignisketten, die jede in ihrer Art endzeitlichen Charakter trägt und doch die Möglichkeit einer weiteren und neuen Entwicklung nicht ausschließt. Vieles bleibt offen, so wie auch die Reaktion der Bewohner von Ninive auf die Botschaft von Jona eine Verzögerung des Gerichtes auslöste.

Was die Menschheit erlebt, ist die Antwort auf die Gebete der Heiligen: „Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen?“ (Offenbarung 6,10). Der Vollzug wird durch das Lamm ausgelöst. Hinter den Ereignissen steht Gottes Rettungswille. Hier erlebt Johannes, was er sich in jungen Jahren wünschte: dass Gott mit Macht eingreift und Feuer vom Himmel fällt (Lukas 9,54).

Vom Ton der Posaune reden die Propheten, wenn sie vom kommenden Tag des Herrn verkünden. Mit der Posaune wird ein neuer Abschnitt angekündigt. Das Blasen von Posaunen wird in der Bibel zum ersten Mal bei der Gesetzgebung erwähnt (2.Mose 19,16).

Die ersten vier Posaunen bilden eine Einheit. Sie sind eine Anspielung an die Gerichte in Ägypten, bei denen der Hagel, die Feuer-Blitze (2.Mose 9,22-24), das Blut und auch ungenießbares Wasser (2.Mose 7,19) sowie Finsternis (2.Mose 10,21-22) und Tod (2.Mose 11,5) eine Rolle spielten. Die Offenbarung schildert uns den Auszug der Kinder Gottes aus einer gefallenen Welt in die neue Welt Gottes, indem das Böse überwunden wird.

Einige verstehen Offenbarung 8,8 auch so, dass dieser Bericht den Ausbruch des Vesuv andeutet, der im Jahre 79 mit der Zerstörung der beiden Städte Pompeji und Herkulaneum einen gewaltigen Eindruck auf die Menschen der Antike hinterlassen hat. Der große Stern wäre dann ein Meteor, dessen geheimnisvolle Herkunft die damaligen Menschen aufs Stärkste beschäftigt hat.

Andere legen diese Stelle so aus, dass der Begriff „Wermut“ in Offenbarung 8,11 ein Hinweis auf den Atomunfall von Tschernobyl ist. „Tschernobyl“ ist die ukrainische Bezeichnung der Pflanzenart Beifuß (Artemisia vulgaris). Diese gehört zur selben Pflanzengattung wie das Wermutkraut (Artemisia absinthium).

Klar ist, dass die grundlegenden Ressourcen der Nahrungskette zerstört werden, nicht aber die Menschen direkt. Die erste Posaune betrifft das Land, die zweite das Meer und die dritte die Quelle des Lebens.

Die Ereignisse, die hier beschrieben werden, könnten ein Meteoriteneinschlag, ein Vulkanausbruch oder der Einschlag eines großen Asteroiden sein, mit der Folge, dass sich durch die Partikel in der Luft Sonne, Mond und Sterne verdunkeln und die Temperatur absinkt. In Offenbarung 16,9 wird die Menschen dann eine große Hitze beschäftigen.

Auffallend ist, dass hier bei den Posaunen der dritte Teil erwähnt wird. Beim vierten Siegel war es der vierte Teil (Offenbarung 6,8). Es gibt eine deutliche Steigerung der Reichweite und der Deutlichkeit der göttlichen Gerichte.

Für die Dauer einer halben Stunde herrscht vor dem Thron Gottes Stille. Der Lobgesang der Vollendeten und die Anbetung Gottes wird jäh abgebrochen. Bevor Johannes den ersten Posaunenstoß vernimmt, wird er Zeuge einer seltsam schweigenden Handlung. Nun bringt ein Engel, wie der Hohepriester im jüdischen Heiligtum, ein Rauchopfer dar. Kein Wort wird gesprochen. Alles vollzieht sich in absoluter Stille. Zweimal wird dem Apostel in diesem Kapitel gesagt, dass es sich dabei um die Gebete der Heiligen handelt (Offenbarung 8,3; Offenbarung 8,4), so wie es schon in Offenbarung 5,8 beschrieben wird. Ihre Gebete sind es, die vor Gott kommen, wenn sie auch hier auf Erden noch so armselig, ohnmächtig und wirkungslos erscheinen. Die Gebete der glaubenden Gemeinde und das königliche Walten des lebendigen Gottes greifen machtvoll ineinander. Von diesem Gebet gehen unabsehbare Wirkungen aus bis in die letzte Ausgestaltung und Vollendung von Gottes Willen.

Je härter die Gerichte werden, umso dringender und brennender und mit größerer Zuversicht und Gewissheit wird die Gemeinde beten: „Dein Reich komme“ (Matthäus 6,10).

In Lukas 21,25-28 sagt Jesus, dass am Ende das ganze Firmament erschüttert wird. Doch die Glaubenden sollen zum Himmel aufblicken, denn die Erlösung naht.

Text: Hanspeter Obrist

Die Antwort auf die Gebete der Heiligen


Der andere Fokus

6. März 2020
Jesus fordert zu einem umgekehrten Denken auf. Die Seligpreisungen scheinen ein Paradox zu sein. Die Not hat noch kein Ende, doch man ist in ihr gesegnet.
 
Der andere Fokus
Matthäus 5,1-16
 
In der Bergpredigt bringt Jesus zum Ausdruck, was er unter dem Reich Gottes versteht, welches er in ganz Galiläa predigt (Matthäus 4,18). Er fordert die Zuhörer zu einem umgekehrten Denken auf.
 
Nach jüdischem Brauch eröffnet Jesus seine Rede mit einem Segensspruch: „Gesegnet sind, die arm sind vor Gott, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit hungern, die Barmherzigen, die rein sind im Herzen, die Friedensstifter und Verfolgten.“
 
Erfolgreich in dieser Welt scheinen aber eher die Besserwisser, die Glückskinder, die Dominanten, die Egoisten, die am Prinzip orientierten Menschen, die Listigen, die Kämpfer und die Tyrannen zu sein – also eher die Menschen, die das Gegenteil von dem sind, was Jesus beschreibt.
 
Jesus preist die Menschen glücklich, die wissen, dass sie Gott brauchen und es aushalten, Gott zu vertrauen, auch wenn die unmittelbare Erfüllung ihrer Gebete noch aussteht. Die Menschen, die auf Hilfe warten, sollen im Reich Gottes im Fokus stehen.
 
Wer vor Gott arm ist, braucht seine Hilfe wie von einem Arzt (Matthäus 9,12-13). Wer um den Zustand der Welt trauert (Hesekiel 9,4), soll getröstet werden. Wer den Mut hat, sanft zu sein, wird gewinnen (Psalm 37,11). Gerechtigkeit heißt, für die Sache Gottes einzustehen und den Rechtlosen zu ihrem Recht zu verhelfen (Jeremia 22,3). Barmherzigkeit bedeutet, nicht Almosen zu geben, sondern sich wie eine Mutter um jemanden zu kümmern (Jesaja 66,13). Jesus richtet dabei den Blick auf ein reines Herz und nicht auf die Reinheitsgebote (Matthäus 15,11-19).
 
Es geht um den Frieden Gottes (Philipper 4,7), der uns zu Gottes Kindern macht. „Gottes Söhne“ oder „Gottes Kinder“ wurden damals alle Menschen genannt, die ihr Leben von Gott bestimmen ließen. Seit Daniel 7,13 steht der Titel „Menschensohn“ dagegen für den Weltrichter. Jesus wurde der Gotteslästerung bezichtigt, weil er den Titel „Menschensohn“ für sich benutzte (Matthäus 26,64-65).
 
Selig sind die, die wegen ihrer Gottesbeziehung verfolgt werden. Sie wissen, dass ihr Leben weitergeht. Ihre Kraft kommt von oben.
 
Statt übereinander zu herrschen, sollen die Menschen einander dienen. Die menschliche Gemeinschaft soll keine Herrschafts-Pyramide sein, sondern eher wie das Bild eines Baumes aussehen, in dem der Stamm dem Ast und der Ast den Zweigen, Früchten und Blättern dient. Einmal sagte es Jesus so: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein“ (Matthäus 20,26).
 
Wer den Bedürftigen dient und diesen Dienst für Gott verrichtet, erwartet den Lohn und Dank nicht von Menschen, sondern von Gott. Das macht frei vom Gesellschaftsdruck. Es ist egal, was die anderen Menschen denken.
 
Den Menschen, die mit diesem göttlichen Blick leben, verspricht Jesus eine Welt nach den Ordnungen Gottes, Trost, ein Erbe, die Stillung der Bedürfnisse, Barmherzigkeit durch den himmlischen Vater, Gemeinschaft mit Gott, die Aufnahme als Kinder Gottes und eine himmlische Ernte.
 
Die Seligpreisungen von Jesus scheinen ein Paradox zu sein. Lebt man nach den Vorstellungen Gottes, hat die Not zwar noch kein Ende, doch man ist in ihr gesegnet.
 
In Gottes Reich geht es nicht um gesellschaftliche Stellungen, sondern um Einstellungen. Jesus will uns von Erwartungshaltungen befreien: Ich mache, was Jesus mir aufträgt, egal, was die anderen denken.
 
Jesus fordert alle, die von ihm lernen wollen, auf, den Blick nicht auf die Starken, sondern auf die Schwachen zu richten. So gibt das Reich von Jesus jedem wieder Hoffnung und eine Zukunft, auch wenn eine unmittelbare Veränderung der Situation noch ausbleibt.
 
Ihr seid das Salz der Erde
Salz bringt den Geschmack zur Entfaltung. Salz konserviert und galt zur Zeit der Bibel als reinigend (vgl. 2. Mose 30,35; 2. Könige 2,19-23; Hesekiel 16,4). Es wurde Opfern beigegeben (3. Mose 2,13; Hesekiel 43,24). Salz ist ein Symbol für den Bund mit Gott. Mit Salz wird Fleisch koscher (jüdisch rein) gemacht. Jesus will hier sagen: Nachfolger von Jesus bewirken etwas, den Salz verändert sein Umfeld.
 
Wer jedoch den Glauben verliert, ist kraftlos. Mit dem Adjektiv bzw. dem griechischen Wort „moros“ (μωρός), das „töricht“ bzw. „Tor“ bedeutet und hier als „Geschmack verlieren“ übersetzt wird, bezeichnet Matthäus stets Menschen, die nicht glauben.
 
Ihr seid das Licht der Welt
Durch Jesus wird es hell – es wird Licht.
 
Die ganze Finsternis der Welt kann das Licht einer einzigen Kerze nicht auslöschen.
 
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben, so wie die Stadt Safed, die über dem See Genezareth thronte und ganz in der Nähe des Ortes lag, an dem Jesus predigte. Im Jerusalemer Talmud (RH 2:1,58a) wird Safed als einer der Berggipfel erwähnt, von denen zur Zeit des herodianischen Tempels Feuersignale übermittelt wurden.
 
Licht weist den Weg und bringt hervor, was verborgen war. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nicht vor dem Licht fürchten, sondern kann sich darüber freuen.
 
Salz und Licht bewirken etwas in ihrem Umfeld.
 
Das Ziel ist, dass wir nicht Menschen ehren, sondern den Vater im Himmel mit unserem Lebensstil verherrlichen (Matthäus 5,16). Paulus bezeichnet das als den Sinn des Lebens: „Jetzt sollen wir mit unserem Leben Gottes Herrlichkeit für alle sichtbar machen“ (Epheser 1,12 sowie auch Epheser 1,6; Epheser 1,14).
 
Text: Hanspeter Obrist

Rettung kommt von Gott

5. März 2020
Die Bibel will uns nicht vertrösten, sondern trösten. In den Wirren der Endzeit gibt es kein Durchkommen aus eigener Kraft. „Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm“ (Offenbarung 7,10).
 
Das Kapitel Sieben der Offenbarung beantwortet die Frage aus Kapitel Sechs: „Der große Tag des Zorns ist gekommen. Wer kann da bestehen?“ (Offenbarung 6,17).
 
Alles wird angehalten. Zuerst müssen auf der Erde die auserwählten Knechte Gottes aus den Stämmen Israels versiegelt werden. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. In ihrem Mund findet sich keinerlei Lüge. Sie sind ohne Makel (Offenbarung 14,4-5). Auch nach den Gerichten sind sie wieder vollständig da (Offenbarung 14). Über sie haben die Gerichte keine Macht. Das Siegel ist der Name des Lammes (Jesus) und der Name des Vaters (Abba) (Offenbarung 14,1). Die Knechte Gottes stehen unter dem Schutz dieses Siegels. Sie sind Gottes Eigentum. Wer eine versiegelte Person antastet, tastet den Besitzer an. So sagte Jesus zu Saulus: „Warum verfolgst du mich?“ (Apostelgeschichte 9,4). Paulus schreibt: „Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung!“ (Epheser 4,30).
 
Auffallend ist, dass hier nicht die übliche Aufzählung der Stämme erfolgt (Ruben, Simeon, Levi, Juda, Sebulon, Issachar, Dan, Gad, Ascher, Naftali, Josef, Benjamin; vgl. 1.Mose 49). Hier wird unter anderem Juda vorgezogen. Auch fehlt der Stamm Dan. Dafür wird Manasse aufgezählt, der eigentlich ein Teil des Stammes von Josef ist. Josef hatte zwei Söhne: Manasse und Ephraim. Im Neuen Testament wird der Stamm Dan überhaupt nicht erwähnt. Die Spuren von Dan haben sich im assyrischen Exil verlaufen. Ähnlich ist es auch bei anderen Stämmen. In Hesekiel 48,1 wird Dan wie auch den anderen „verlorenen“ Stämmen im Norden ein Erbteil zugewiesen. Dan führte als erster Stamm Israels den Götzendienst ein. In der Stadt Dan im Norden von Israel wurde das goldene Kalb angebetet. Heute heißt die Gegend um Tel Aviv wieder Gusch Dan. Tel Aviv ist heute die Hochburg eines von Gott losgelösten Lebenswandels.
 
Interessant ist, dass in der Offenbarung die Glaubenden aus Israel (Offenbarung 12,17; 14.12) und die Gläubigen aus den Nationen getrennt genannt werden. Paulus schreibt im Römerbrief, dass Gott sich dem jüdischen Volk zuwenden wird, wenn die Vollzahl der Nichtjuden erreicht ist (Römer 11,25-26).
 
Die Zahl 144‘000, die Johannes hört, ist ein Geheimnis. Die Zwölf repräsentiert ein Ganzes (zwölf Stämme Israels, zwölf Apostel, zwölf Tore des neuen Jerusalem). Alles das wird hier multipliziert fern menschlicher Logik.
 
Ab Offenbarung 7,9 richtet sich der Blick des Johannes wieder auf den Thron Gottes. Dort sieht er eine unzählbare Schar von Heiligen aus allen Nationen. Sie haben weiße Gewänder an und tragen Palmzweige in den Händen. Mit Palmzweigen und dem Ruf: „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ wurde Jesus in Jerusalem willkommen geheißen (Johannes 12,13). In Israel waren Palmzweige ein Symbol für die Befreiung durch den siegreichen König (siehe 1.Makkabäer 13,51).
 
Wieder wird Johannes Zeuge der Anbetung Gottes.
 
Wer darf vor dem Thron Gottes erscheinen? Alle aus der großen Bedrängnis, die sich durch das Blut des Lammes reinigen lassen. Jesus sagt in Johannes 16,33: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ Einige Ausleger denken, dass hier nur die Gläubigen aus der großen Trübsalszeit (Bedrängnis) vor dem offenen Erscheinen von Jesus gemeint sind (Matthäus 24,21). Andere sehen das irdische Leben als Bedrängnis und geistliche Schmiede (Prägungsort; vgl. Offenbarung 1,9).
 
Gott beschirmt seine Kinder und das Lamm versorgt sie und wird allen Schmerz heilen. Das Blut des Lammes ist der Schlüssel, damit man als Kind Gottes aufgenommen wird.
 
Das Blut des Lammes ist ein Bild für das Passahlamm. Jesus starb am jüdischen Passahfest. Wenn man beim Auszug aus Ägypten das Blut des Passahlamms an die Tür strich, ging das Gericht Gottes an den Bewohnern des Hauses vorüber. Wer für sich das Blut von Jesus in Anspruch nimmt, an dem gehen die Gerichte Gottes vorüber, nicht jedoch Bedrängnis, Mangel und Tränen. Doch wer bis zum Ziel durchhält, der empfängt im Überfluss und wird getröstet (vgl. Offenbarung 2-3).
 
Spannend ist, dass heute die Samaritaner beim Passahopfer Blut auf ihre Stirnen tupfen. Handelt es sich dabei um ein verborgenes Wissen um das Schutz-Siegel auf der Stirn?
 
Die Bibel will uns nicht vertrösten, sondern trösten. Sie tut es, indem sie uns inmitten der Kämpfe, Stürme und Auseinandersetzungen dieser Zeit und dieses Lebens mit der Kraft der Hoffnung, einer starken, tragenden und frohmachenden Gewissheit, ausrüstet.
 
In den Wirren der Endzeit gibt es kein Durchkommen aus eigener Kraft. Nur die Menschen, die Gott festmacht durch den Heiligen Geist, gelangen ans Ziel.
 
Was hier auf Erden als kleine Herde erscheint, erweist sich am Ziel – vor dem Thron Gottes – als große Menge, die niemand zählen kann. Doch nichts wird der Schar der Glaubenden erspart. Ihr Bekenntnis ist: „Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm“ (Offenbarung 7,10).
 

Das Lamm enthüllt die Geheimnisse

29. Februar 2020

In Offenbarung 6 öffnet das Lamm (Jesus Christus), die Geheimnisse der Weltgeschichte.

Zuerst wird der Siegeszug des weißen Reiters dargestellt. Das weiße Pferd war in der damaligen Zeit das Reittier des Triumphators. Er reitet in einer eroberten Stadt auf einem weißen Pferd ein. Der Bogen war damals die gefürchtete Waffe der siegreichen Parther aus dem Iran, die das römische Reich bedrohten. Das weiße Pferd deutet den Wunsch an, die ganze Welt zu beherrschen und friedlich eine neue Weltordnung aufzurichten. Aber als Folge kommen Krieg, Teuerung und der Tod in die Welt.

Der zweite rote Reiter nimmt der Erde den Frieden weg. Es fließt viel Blut, weil die Menschen sich gegenseitig abschlachten.

Daraufhin folgt eine Teuerung (schwarzes Pferd), die anscheinend die Oberschicht nicht erreicht (Öl und Wein sind Luxusgüter und diese sind nicht betroffen). Schon eine Tagesration Essen kostet in dieser Zeit einen Tageslohn.

All das steigert sich immer weiter, bis ein Viertel der Erdbevölkerung durch Krieg, Hunger, Krankheit und Tierseuchen umgekommen ist (fahles Pferd).

Dabei kommen auch viele unschuldige Menschen um, die sich an Gott halten. Das einzige Gebet, das uns von den Heiligen im Himmel bekannt ist, spricht Bände: „Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen?“ (Offenbarung 6,10). Hier offenbart sich die Geduld Gottes, der auf die Umkehr der Menschen wartet und im Gegenzug dazu die Sicht von uns Menschen: Hat unser Leiden endlich ein Ende? Wann geschieht Gerechtigkeit?

Die Antwort an Johannes ist, dass das Maß noch nicht voll ist (Offenbarung 6,11). Anscheinend gibt es immer noch Menschen, die dafür offen sind, die Erlösung in Jesus anzunehmen und sich ganz auf seine Seite zu stellen.

Beim nächsten Siegel sehen wir eine ganz andere Reaktion: Die Menschen ziehen sich von Gott zurück. Sie verbergen sich so gut vor Gott, wie sie nur können. Sie suchen sich Schutzräume und wünschen sich sogar eher den Tod, als sich mit Gott auseinanderzusetzen. Es ist keine Bereitschaft da, Verfehlungen einzugestehen und um Gnade zu bitten.

Das griechische Wort, das in Offenbarung 6,8 mit „Tod“ wiedergegeben wird, kann auch mit „Krankheit“ übersetzt werden. Es können also auch neuartige tödliche Krankheiten sein.

Das griechische Wort für „Sterne“ in Offenbarung 6,13 ist „aster“ (ἀστερ). Daraus entstand auch das Wort „Asteroid“ (sternähnlich). An dieser Stelle kann das bedeuten, dass alle fliegenden Himmelskörper (Satelliten?) vom Himmel herunterfallen.

Der Zorn des Lammes in Offenbarung 6,16 passt nicht zum Bild des barmherzigen Gottes. Der Zorn ist die Kehrseite der abgelehnten Liebe. Wer die Liebe Gottes nicht annimmt, empfindet Gott als zornig. Wenn man sich gegen jemanden stellt, wird er zum Gegner. Statt die rettende Hand zu ergreifen, verbarrikadiert man sich in einem Leben ohne Gott.

Johannes ist nicht der Erste, der Pferde in einer visionären Schau sieht. Auch der Prophet Sacharja hat schon Pferde gesehen (Sacharja 1,8; 6,1-3). Das Pferd ist ein Symbol von Macht und Stärke und zeigt an, dass die ganze Welt betroffen ist.

Spannend ist, dass sich die Not erst ausbreiten darf, wenn Gott es zulässt. Erst auf das „Komm“ hin wird sie sichtbar. Sie hat klare Schranken. Die Mächte des Verderbens sind keine freien Gewalten.

Die Not in dieser Welt ist die Schmiede zu einem erfüllten Leben mit Gott. Noch mehr Menschen erfahren darin ihre Vollendung.

Wenn niemand mehr bereit ist, sich auf Christus einzulassen, dann erbebt die Erde. Der Mensch wird erleben, was passiert, wenn Gott sich zurückzieht. Würde Gott nicht ständig eingreifen, wir Menschen hätten schon längst alles zerstört.

Hier spricht Johannes nicht von einem Blutmond, sondern von einem verdunkelten Mond. Vorstellbar ist dies durch Vulkanausbrüche, die mit ihrer Asche den Himmel verdunkeln. Das Bild zeigt auf: Der Herr dieser Welt ist nicht der Mensch, sondern der, der auf dem Thron sitzt und das Lamm.

 

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