Wenn Gott Menschen führt

5. April 2019
Er hat das richtige Buch in der Hand, doch er hat niemanden, der es ihm entschlüsselt. Gott schickt ihm dafür nicht einen Engel, sondern einen Menschen.
 
Auch heute noch sind wir aufgefordert, einander zu helfen, die Schrift besser zu verstehen und den Glauben festzumachen.
 
Für Philippus ist es eine neue Erfahrung. Er wird nicht nach Samaria „gebeamt“, sondern nach Aschdod, an den Ausgangspunkt seiner Begegnung mit dem Finanzminister. Er macht die Erfahrung, dass man nicht den ganzen Weg zurücklaufen muss, wenn man sich für einen Menschen Zeit nimmt.
 
Ein wenig später liest dann der Finanzminister: „Denn so spricht der HERR: Den Eunuchen, die meine Sabbate halten, die wählen, was mir gefällt und an meinem Bund festhalten, ihnen gebe ich in meinem Haus und in meinen Mauern Denkmal und Namen. Das ist mehr wert als Söhne und Töchter“ (Jesaja 56,4-5). Das muss für ihn eine große Ermutigung gewesen sein.
 
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Die Vision von Jesus

1. April 2019
Die Bergpredigt setzt neue Akzente Sendung Radio Maria mit Hanspeter Obrist
 
In dieser Sendung schauen wir auf das Besondere der Bergpredigt, der Kernbotschaft Jesu und die neue Auslegung der Gesetzestexte. Jesus interpretiert das Gesetz in seinem ursprünglichen Sinn und stellt die Herrschafts-Pyramide auf den Kopf. Jesus spricht auch über das Gebet, das Fasten, den Umgang mit Geld und mit den Mitmenschen. Was ist das Besondere an der Goldenen Regel und wie sieht die goldene Regel bei Muslimen und Juden aus?

Jesus sorgt sich um jede Gemeinde

29. März 2019

In Offenbarung 3 erhalten die drei Gemeinden Sardes, Philadelphia und Laodizea einen Brief von Jesus.

In den Augen von Jesus ist die christliche Gemeinschaft in Sardes zwar aktiv, doch der lebendige Glaube fehlt. Die Gemeinde wird aufgefordert aufzuwachen.

Jesus hebt im Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia (Offenbarung 3,7–13) die Standhaftigkeit der Gläubigen und die treue Verkündigung des Wortes Gottes hervor.

Jesus hält nicht nur den Schlüssel in der Hand (Offenbarung 1,18), sondern schließt und öffnet auch (Offenbarung 3,7). Wenn Gott eine Tür zu den „Feinden“ öffnet, kann sie niemand verschließen.

Die Gläubigen werden aufgefordert, darauf zu achten, dass ihnen niemand den Siegeskranz wegnimmt.

Die Gemeinde in Laodizea ist die einzige, der Jesus im Sendschreiben kein Lob zukommen lässt (Offenbarung 3,14–22). Ihre Selbsteinschätzung, reich zu sein und keine Not zu haben, steht im krassen Widerspruch zum Urteil Christi, der sie als arm, bedürftig, elend, bemitleidenswert, blind und nackt bezeichnet.

Es gibt nur eine einzige Hoffnung für die dortige Gemeinde: Jesus sagt, er stehe vor der Tür und warte darauf, eingelassen zu werden.

Was können wir aus den Sendschreiben lernen? Die Kultur, in denen wir leben färbt oft auf das Gemeindeleben ab – meist nicht zum Guten.

Doch Jesus sorgt sich um jede örtliche Gemeinde. Er verwendet Bilder und die Sprache, die lokal verstanden werden.

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Durch Leiden verbreitet sich die gute Nachricht

24. März 2019

Nicht durch Planung und Strategie, sondern aufgrund einer Verfolgung breitet sich die Gemeinde aus (Apostelgeschichte 8,1-25).

Philippus ist einer der sieben Diakone (Apostelgeschichte 6,5), die aus Jerusalem vertrieben werden. Statt zu resignieren und an Gottes Liebe zu zweifeln, nehmen die Vertriebenen ihre Verfolgung als Chance zur Verkündigung wahr. Dort, wo sie gerade sind, leben und verkünden sie ihren Glauben.

Bei Simon, dem Zauberer, wird klar, dass sein Denken nicht erneuert ist. Er ist eifersüchtig („voll bitterer Galle“) und möchte die geistlichen Gaben mit Geld erkaufen. Jesus jedoch lehrt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (Matthäus 10,8). Als Petrus sein Fehlverhalten aufdeckt, möchte Simon von den Folgen seiner Verfehlung verschont bleiben. Doch eine Umkehr findet, obwohl getauft, nicht statt.

Glaube ist mehr als ein intellektuelles Zustimmen. Glauben heißt, den Vater und den Sohn durch den Heiligen Geist zu empfangen und durch ihn verändert zu werden.

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Briefe aus dem Himmel

21. März 2019

Jesus schickt durch Johannes Briefe an die sieben Gemeinden in Kleinasien. Es ist interessant, dass Jesus nicht einfach die „Gemeinden von Kleinasien“ anspricht, sondern für die unterschiedlichen Orte andere Schwerpunkte erwähnt, die aber gleichzeitig für alle – und damit auch für uns – gelten.

Neben lobenden Worten legt Jesus auch den Finger auf die wunden Punkte.

In den ersten Jahrzenten gibt es keine Zugehörigkeit zu Christus, die nicht zu folgeschweren Konsequenzen im Leben der einzelnen Gläubigen geführt hätte. Sie waren für die Gesellschaft um sie herum wie Menschen von einem anderen Planeten mit einem den allgemeinen Denk- und Verhaltensweisen ganz und gar entgegengesetzten Lebenskonzept.

Jesus gibt seinen Nachfolgern immer Zusagen und Verheißungen mit auf den Weg.

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Harmonie in Unterschiedlichkeit

16. März 2019

Jesus ist sechs Tage vor seinem Tod bei Marta, Maria und Lazarus zum Essen eingeladen. Auf einmal steht Maria auf, holt ein exklusives Duftöl und salbt damit die Füße von Jesus (Johannes 12,1-11).

In der Bibel werden Könige, Priester und Propheten gesalbt. Jesus vereint alle drei Funktionen in sich: Kurze Zeit, nachdem er gesalbt wurde, ….

Maria salbt Jesus für seinen letzten Lebensabschnitt. Der Geruch des Salböls begleitet ihn auf dem Leidensweg und weist ihn darauf hin, für wen er diesen Weg geht: für die Menschen, die ihn und Gott lieben.

Maria investiert ein Vermögen in diesen Liebesbeweis. Es ist fast ein Jahresgehalt.

Judas, ein Jünger von Jesus, bleibt dagegen im Irdischen stehen. Ihm fehlt der Blick auf die göttliche Dimension. Denn hier dient der himmlische Vater durch Maria seinem Sohn. Geld spielt dabei keine Rolle.

Von Jesus geht eine wohlwollende Freiheit aus. Die Frauen um Jesus können sich frei entfalten. Es herrscht keine Menschenfurcht.

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Das Buch der Offenbarung

13. März 2019

Die von den Jesus-Nachfolgern erwartete Wiederkunft von Jesus blieb aus. Johannes war der einzige noch lebende Apostel. Mitten in diese spannungsvolle Situation hinein schenkt Gott Johannes Ende des ersten Jahrhunderts Visionen, um die wartenden Gemeinden in ihrer Bedrängnis zu stärken.

In der Offenbarung (griechisch Apokalypsis/ἀποκάλυψις, wörtlich: „Entschleierung“) enthüllt Jesus durch Johannes den Gemeinden, was noch geschehen wird. Das Buch öffnet den Vorhang und zeigt Jesus in seiner ganzen Herrlichkeit und seinen endgültigen Sieg.

Das Buch soll in den Gemeinden vorgelesen werden (Offenbarung 1,3), damit die Menschen auf dem Jesus-Weg Trost und Zuversicht erhalten und sich auf Jesus ausrichten.

Die Offenbarung beschreibt, was passiert, wenn Gott eingreift.

Jeder ist eingeladen die Gedanken und Fragen zum aktuellen Kapitel und Artikel im Blog als Kommentar zu teilen.

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Glauben an Jesus trotz Gegenwind

9. März 2019

Jesus offenbart am jüdischen Licht- und Wunderfest (Chanukka / Tempelweihfest Johannes 10,22), dass er das Licht der Welt ist (Johannes 8,12 / 9,5). Als Antwort auf die dazwischenliegende Messias-Diskussion (Johannes 8,12-59) vollbringt er ein messianisches Wunder (Johannes 9,30 / 10,21).

Die Jünger sehen den Blindgeborenen und rätseln, wer wohl an seiner Blindheit schuld sein könnte. Die Rabbiner lehren, dass der Grund für die Geburt eines blinden Kindes in einer Sünde der Eltern oder des Kindes zu suchen sei. Doch wie kann jemand sündigen, bevor er geboren wurde? Nach rabbinischer Auffassung geschieht das, wenn ein Kind im Bauch der Mutter eine Abneigung gegen die eigene Mutter entwickelt und deshalb die Mutter in den Bauch tritt. Als Folge davon straft Gott dieses Kind und es wird blind geboren.

 

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Heilung bedeutet nicht Heil

27. Januar 2019

Heilung bedeutet nicht immer auch Errettung – das zeigt eine Begegnung von Jesus mit einem Kranken am Teich Betesda in Jerusalem auf. Betesda (Beth Chesda) bedeutet: Haus der Gnade.

Die Anlage Betesda besteht aus großen offenen Zisternen mit mehreren Säulenhallen. Es ist ein Ort, an dem es nicht so heiß ist und an dem man Leute trifft, die Wasser holen. So sitzen hier auch Bettler, die sich etwas von den Besuchern erhoffen. Durch

 

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Jesus auf dem Prüfstand – die Ehebrecherin

24. Januar 2019

Die jüdische Elite sucht einen Grund, um Jesus bei den Römern anzuklagen. Mit einer Ehebrecherin ergibt sich für sie eine gute Gelegenheit dazu (Johannes 8,2-11), denn die jüdische Torah (5 Bücher Mose) sagt, dass eine Ehebrecherin sowie der Ehebrecher den Tod verdient haben (3.Mose 20,10). Doch den Juden ist es von den Römern verboten worden, selbst Todesurteile auszusprechen und sie zu vollziehen (siehe Johannes 18,31: „Dann nehmt ihn mit und verurteilt ihn nach eurem Gesetz!“, entgegnete Pilatus. „Aber wir dürfen doch niemanden hinrichten“, wandten sie ein). Allerdings gab es zu dieser Zeit durchaus Volksjustiz wie bei Stephanus (Apostelgeschichte 7,58) oder bei dem Versuch Jesus in Nazareth zu töten (Lukas 4,29).

Jesus sitzt in der Klemme. Achtet er das biblische Gesetz oder wird er durch das Aussprechen eines Todesurteils gegenüber den Römern straffällig? Ganz gleich, wie Jesus auf die Frage der Pharisäer antwortet: Er muss zu Fall kommen. Jesus durchschaut jedoch seine Gegner. Er verhält sich anders als erwartet und antwortet gar nicht. Er verweigert eine Diskussion.

Stattdessen konfrontiert Jesus die Ankläger mit sich selbst: „Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!“ Aus dem Kollektiv der Beschuldiger, die sich gemeinsam stark fühlen, werden Einzelne. Jesus erinnert die Ankläger an die eigenen Verfehlungen. Können sie ihre Hände in Unschuld waschen? Anstatt mit dem Finger auf andere zeigen zu können, geraten sie auf diese Weise selbst in den Fokus.

Als Jesus die Ankläger auf ihre eigene Schuldhaftigkeit hinweist, ziehen sie sich zurück. Auch Jesus verzichtet auf die Verurteilung. Jesus stellt bei der Ehebrecherin überhaupt nicht die Schuldfrage. Er nimmt sie aus der Schusslinie und registriert lediglich: Keiner hat sie verurteilt.

Mit diesem Verhalten definiert Jesus den Umgang mit dem biblischen Gesetz. Er verharmlost die Tat nicht. Der Ehebruch wird nicht zu einem „Kavaliersdelikt“. Aber er verurteilt die Frau auch nicht. Vielmehr fordert er zur Umkehr auf: „Sündige nun nicht mehr!“ Gottes Liebe lädt zu Hingabe und Neuausrichtung ein.

Das ist der Schlüssel zu den Anforderungen der göttlichen Gebote. Die Gebote sind für uns Zielvorgabe und Orientierung, weil sie die gute Absicht haben, uns Menschen vor dem Chaos zu bewahren.

Gott liebt mich, weil ich bin. Er will mich zu einem Menschen nach seinen Gedanken machen. Wer sich nicht auf Gott ausrichten will, hat noch nicht verstanden, wie gut es der himmlische Vater mit uns meint und dass ein Leben ohne ihn im Chaos endet.

David hat das so beschrieben: „Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ (Psalm 25,15)

Wie die Frau reagiert hat, wissen wir nicht. Sie hat weder ein Schuldgeständnis abgelegt noch Jesus um Vergebung gebeten oder ihm gedankt. Wichtig ist an dieser Stelle nur die Lektion, dass die Liebe von Jesus zu einer Neuausrichtung unseres Lebens motiviert, in dem wir ihn lieben.

Offen bleibt auch die Frage, wo der Mann geblieben ist, der an dem Ehebruch beteiligt war. Auch ist nicht klar, ob überhaupt die gesetzlich geforderten zwei bis drei Zeugen vorhanden waren (5.Mose 19,15). Jesus fragt nicht einmal danach.

Viel Rätseln hat auch das Schreiben auf der Erde ausgelöst. In Jeremia 17,13 steht: „Wer sich von dir abwendet, dessen Name vergeht so schnell wie ein Wort, das man in den Sand schreibt.“ Hat Jesus diesen Vers auf den Boden geschrieben? War es eine Botschaft an die Gelehrten? Oder hat er Sünden aufgeschrieben, die sie betreffen? Ein biblisches Manuskript dieser Geschichte ergänzt: Jesus „schrieb die Sünden eines jeden Einzelnen von ihnen auf die Erde“ (Nestle, Minuskel 700 zu Vers 8).

Spannend ist auch wie Jesus diesen Konflikt mit den aufgebrachten Menschen löst: Ruhe bewahren. Nicht unmittelbar mit Gegenargumenten antworten. Sich Zeit nehmen. Notizen machen. Eine reflektierende Frage stellen. Jedem die Möglichkeit geben sich elegant aus der Auseinandersetzung zurückzuziehen. Die Möglichkeit zu einem Neuanfang geben.

Mit unseren Sünden stehen wir immer allein vor Jesus. Er ist der einzige, der ohne Sünde ist (Hebräer 4,15). Er hätte den Stein werfen können. Doch er gibt eine Chance. Er segnet nicht alles ab. Seine Liebe zeigt auf, wie wir ins Verderben laufen. Doch er will uns an der Hand nehmen und einen neuen Weg führen.

Das ist ein Impuls aus den Entdeckungen in ergebnisoffenen Bibelstudiengruppen im Linthgebiet.


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